Diese Webseite verwendet Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen uns dabei, die Webseite der isb GmbH zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
entwickeln

In unserer Ent­wick­lungs­werkstatt ent­stehen neue Kon­zepte und Modelle, die über Jahr­zehnte hinweg schlüssig und wirksam sind.
» mehr erfahren

vernetzen

Lernen als Prozess geht auch nach der Aus­bil­dung weiter. Deshalb agieren wir als Netz­werk­orga­nisation.
» mehr erfahren

professionalisieren

Zentrale Säule des isb ist das Angebot von Weiter­bildungen als Akademie und Pro­fessio­na­li­sierungs­institut.
» mehr erfahren

Dörthe Verres

Dörthe Verres
Lehrtrainerin
isb GmbH

Kontakt und weitere Profile im Netz

"Sinn jeder Ordnung ist es, dem nachwachsenden Leben zu dienen" (frei nach Graf Dürckheim)

"Auf einen Espresso mit Dörthe Verres"

Thorsten Veith und Dörthe Verres sprechen bei einem Espresso über die Brücke zwischen Transaktionsanalyse und Systemischem Arbeiten:

https://www.youtube.com/watch?v=DeR08iIs0B8

Mehr über die Portraitreihe unserer Lehrtrainer erfahren Sie hier.

Wissenswertes über Dörthe Verres

  • Jahrgang 1953, Diplom-Psychologin
  • Lehrtrainerin im Curriculum „Systemisches Coaching und Teamentwicklung“
  • Lehrtrainerin und Supervisorin der DGTA (CTA-Trainerin)
  • Psych. Psychotherapeutin (appr.)
  • Supervisorin
  • Coach/Gutachterin (dvct) für Training/Coaching
  • Beraterin & Supervisorin (BDP)

Seit 1994 Freiberufliche Tätigkeit mit den Schwerpunkten Fort- und Weiterbildung im Kontext  von Coaching, Beratung, Training, Team-und Personalentwicklung im In-und Ausland (Russland, Griechenland, China) Interkulturelle Beratung, Coaching, Training

1991-1993 Mitarbeit in der Universitätsklinik Heidelberg (Medizinpsychologie)

1989-2001 Arbeit in Psychotherapeutischer Praxis, Heidelberg

1984-1989 Aufbau und Leitung einer Beratungsstelle  für bikulturelle Familien in Thessaloniki, Griechenland

1979-1984 Diplompsychologin im Rehabilitations-Zentrum Neckargemünd

  • 1974-1977 Weiterbildung in Klient-zentrierter Therapie
  • 1979-1983 Weiterbildung in Systemischer Transaktionsanalyse
  • 1998-1999 Weiterbildung in Tiefenpsychologie
  • 2003-2005 Weiterbildung in Aufstellungsarbeit
  • Fort- und Weiterbildung in Systemischer Transaktionsanalyse für Trainer, Berater, Coaches (isb, Odenwaldinstitut und in eigenem Institut)
  • Einzelseminare für Führungskräfte
  • Seminare zur professionellen Selbsterfahrung
  • Coaching und Teamentwicklung
  • Supervision im Kontext Klinik, (Heil-)pädagogischen Institutionen und Beratungsstellen

REWE, Stadtverwaltung Stuttgart, Hessische Lehrkräfteakademie,
 Beratungsstelle Lampertheim, Krebsgesellschaft-Rheinland Pfalz, Bürgerkreis Sinsheim, die Brücke- Karlsruhe, Klinikum Ludwigshafen, Heilpädagogisches Institut Heidelberg

"Schon früh hatte ich Freude, Räume zu gestalten: die Höhle unter dem Tisch, das verbotene Geheimversteck hinter dem Schrank im Kinderzimmer,... Später begeisterte mich gute Architektur und ihre Möglichkeiten, durch unterschiedliche Außenräume auch unterschiedliche seelische Resonanzen auszulösen. Ich fühlte mich zuhause in Räumen, die in mir Gefühle von lebendiger Ruhe und Zentrierung auslösten und etwas Gemeinschaft stiftendes hatten.
Meine zweite Leidenschaft waren Lebensgeschichten- lesend oder lauschend erweiterten Geschichten meinen Blick aufs Leben, von Pünktchen und Anton oder Homo Faber bis zu den Geschichten meiner Phantasie begabten Großmutter. Von ihr erhielt ich die ersten Lektionen in Wirklichkeitskonstruktion: Fasziniert bemerkte ich, dass sie ihre Geschichten veränderte und ich suchte nicht mehr nach der "wahren" Geschichte, sondern staunte über die vielen Möglichkeiten des Erzählens..."

Streiflichter

Dörthe Verres ist Brückenbauerin! Sie ist TA Ausbilderin und Lehrtrainerin am isb. Außerdem ist sie seit vielen Jahren erfolgreich als Beraterin und Coach tätig, ist Supervisorin, (u.a. der DGTA), Gutachterin, Psychologische Psychotherapeutin. Und sie ist Frau und Mutter. Und Vieles mehr.

 

Wir haben mit Dörthe über wesentliche Stationen, Themen und Rollen gesprochen.

Lebensstationen und Richtungen

oder: „Ich möchte nicht bewerten, ich möchte verstehen!"

Dörthe Verres stammt als viertes Mädchen von fünf Kindern aus einer Familie voll begeisterter Lehrerinnen und Lehrer und weiß bereits als kleines Kind: Ich möchte keine Lehrerin werden! Für sie ist das nicht einfach eine vage Vorstellung, sondern sie hält diesen Entschluss bereits als Kind schriftlich in ihrem Geheimversteck fest. Nie wollte sie solche Bücher lesen ohne Bilder, von denen sie erlebte, dass sie ihren Vater und ihre Lehrer eher von der unmittelbaren Begegnung mit den Menschen abhielten!
Das erste Buch aus dem Regal ihres Vaters (unerlaubt stibitzt...) heißt denn auch „Das unverstandene Kind"...

Als das Studium näher rückt schwankt sie zwischen Psychologie und Medizin, sie will Kinderpsychologin werden. Glücklicherweise wie sie selbst sagt ist sie bei der Psychologie gelandet und wusste stets, dass sie sich hier auf dem richtigen Weg befand. Durch die Wahl des Psychologiestudiums und den Berufswunsch der Psychotherapeutin hofft sie nahe genug an den Menschen zu sein und einen sinnvollen Beitrag zum Verstehen und Verstanden werden leisten zu können. Bereits zu diesem Zeitpunkt lernt sie auch Bernd Schmid kennen: „Der versteht was von Menschen, da gehst Du mal in die Lehre!" sagt sie sich.

„Im Studium selber war ich oft enttäuscht, und verdächtigte mich –wohl nicht zu Unrecht − Bücher der Kategorie zu lesen, vor denen ich mich durch mein frühkindliches Gelübde gebunden, eigentlich hüten wollte. Erst in der Jungschen Psychologie, die im Studium nicht vorkam, konnte ich dann im Rahmen meiner TA−Weiterbildung die Tiefendimension zum Verstehen finden, nach der ich gesucht hatte."

Als Psychologin auf der Kinderstation des Reha-Zentrums Neckargemünd fühlt sie sich als Berufsanfängerin von existenziellen Themen herausgefordert, erlebt Wirksamkeit und Grenzen ihres Tuns und liebt an ihrer Arbeit den für sie spürbaren Sinn in der Begleitung in Krisen und die große Freiheit in der Gestaltung ihrer Professionsrolle . Es waren goldene Zeiten mit viel Spielraum für Eigeninitiative bei gleichzeitig als hilfreich erlebter Begrenzung ihres Engagements durch die Struktur des Angestelltenverhältnisses.

Griechenland...Wirklichkeit ist kulturelles Konstrukt!

Aus privaten Gründen nimmt Dörthes Leben dann eine völlig andere Wendung: Sie geht nach Griechenland. Zu dieser Zeit gab es dort- anders als heute- weder ein Psychologiestudium noch viele Arbeitsplätze für im Ausland ausgebildete Psychologen. Und vor allem einen völlig anderen Bezugsrahmen: 

„Erstaunt wurde ich gefragt: In Deutschland geht man zum Psychologen wenn man ein Problem hat und bezahlt Geld dafür, damit man nochmal über die Probleme spricht...? Im griechischen Bezugsrahmen lädt man seine Freunde ein, verbringt einen schönen Abend, isst und singt, und dann geht es Dir auch besser."

Das war der Anfang.
Schnell merkt sie, dass sie zum Ankommen in der neuen Kultur auch eine berufliche Rolle braucht und nutzt ihre eigenen teilweise überraschenden Erfahrungen beim Wechsel der Lebenswelten für den Aufbau einer Beratungsstelle für deutsch-griechische Familien. Parallel macht sie sich die griechische Sprache zu eigen und staunt darüber, wie eng für sie kulturelle Identität und Sprachkompetenz verbunden sind. Und sie erlebt viele Unterschiede in privaten und beruflichen Kontexten.

Auf die Frage, wie diese Erfahrung sich auf ihre berufliche Entwicklung ausgewirkt hat, antwortet Dörthe, dass sie "lernte, wie Vieles unserer Wirklichkeit kulturelles Konstrukt ist. Was in Deutschland als Autonomie von jungen Menschen gepriesen wurde, galt in Griechenland als Vernachlässigung [...]" Die vielen erlebten und gelebten Unterschiede haben sie sehr wach gemacht, erzählt sie.

Zwei Jahre später übernimmt sie die Psychologische Leitung des Frühförderungszentrum für Nordgriechenland und taucht tiefer in die griechische Kultur ein – das erste Elterngespräch, bei dem neben der Kleinfamilie weitere Verwandte, ein Dorfpope und der Taxifahrer anwesend waren, bleibt ihr unvergessen. Sie erlebte große Erwartungen und, dass es offensichtlich als unhöflich erlebt wurde, jemanden alleine sprechen zu lassen.

Nach fünf Jahren kommt Dörthe zurück nach Deutschland, trotz mehrerer Angebote von festen Stellen in anderen Städten entschied sie sich –ohne eine Stelle in Aussicht - für die Rückkehr nach Heidelberg "mit dem sicheren Gefühl, dies sei einfach der Lebensraum, in dem sie sich am klarsten wiederfinden würde." Und sie fand sich wieder und -nach einer kurzen und intensiven Zeit an der Universität Heidelberg -in der Selbstständigkeit. Weg vom rein therapeutischen, klinischen Bereich widmete Dörthe sich Möglichkeiten, Einfluss auf Kontexte nehmen zu können, in denen Menschen leben und arbeiten. Bereits damals unterstützt sie Menschen auf diese Weise, gesund und in ihren Rollen gut wirksam zu werden "ohne Verschleiß ihrer eigenen Lebenskräfte".

„Mir wurde klar: Es sind auch die Kontexte, die dazu beitragen, dass Menschen psychisch krank werden. Ganz offenbar waren es die Systeme, auf die man einwirken müsste!"

Lehren als individuelle Befähigung jenseits der Pathologie

So interessiert Dörthe sich immer mehr für die Weiterbildung von Menschen und deren Qualifizierung im System. In ihren Gruppen hatte und hat sie viele Lehrer, aber auch Personalentwickler und der Schwerpunkt verschiebt sich nach und nach vom pädagogischen immer mehr zum organisationalen Bereich.
Wie sie selbst sagt hilft ihr Wissen aus der Psychologie ihr hier immens, um Dynamiken und Wirkweisen besser verstehen zu können, die sich in den Menschen abbilden.

„Für mich war es sehr schön, hier nun eine Sprache gefunden zu haben, die fern des Pathologisierens ist. Hier boten und bieten sich große Chancen für Lernen und Entwicklung und ich war froh, dass endlich nicht mehr die einzige Antwort auf Probleme im Leben die Psychotherapie war [...] „Ich genieße es sehr, immer wieder individuell zu schauen: Was braucht ein Mensch in seiner Rolle, seinen Bezügen, um eine gute Weiterentwicklung und Zukunft zu ermöglichen?"

Konsequent entscheidet Dörthe sich gegen die Kassenzulassung als Therapeutin, sie will nicht mehr in der Wirklichkeit denken, einem Menschen mit Sinnkrise zunächst eine „Diagnose verpassen zu müssen".
Dörthe erzählt, dass sie sehr sensibel auf Sprache reagiert und ein solches Umfeld ihr eigenes Denken über die Menschen, die sie stärken und unterstützen will, zu sehr beeinflusst hätte – auch hier im Bereich der Psychotherapie und Therapeuten findet sie also ein System bzw. einen Kontext vor, der erhebliche Konsequenzen für die daraus hervorgehenden Wirklichkeiten hat. Heute macht Dörthe viel Weiterbildung, Teamentwicklung, Organisationsentwicklung und Coaching.

Von der Transaktionsanalyse zum Systemischen

Die TA und das Systemische – Diese Brücke zu schlagen liegt Dir am Herzen. Magst Du etwas darüber erzählen, was diese beiden Richtungen für Dich bedeuten?

In der TA, antwortet Dörthe, schätzt sie deren ordungsstiftende Funktion - bieten doch die einfachen Modelle die Chance, vielschichtige Dynamiken der professionellen Beziehungsgestaltung kernprägnant zu beschreiben und dadurch Komplexität zu reduzieren. Die Möglichkeit, persönliche Steuerungsmuster im Rahmen des Lebensskriptes zu verstehen und zu würdigen erlebt sie als große Ressource in Coachingprozessen- in der Veränderung und Anreicherung von gewohnten Mustern liegt für sie eine zentrale Stärke der TA.
Der in der klassischen TA manchmal zu definierende Umgang mit den Konzepten ("Man hat ein Lebensskript, einen Antreiber,...") war ihr allerdings früh ein Problem. Hier fühlte sie sich viel mehr im Systemischen Ansatz Zuhause, der durch Bernd Schmid ihren Bezugsrahmen der TA fast von Anfang an mit geprägt hatte.
Die Konzepte der TA als Narrative und keineswegs als Wahrheiten zu sehen, auf Ressourcen und  Kontextbezogenheit zu achten und nicht auf Pathologie, spricht ihr aus dem Herzen. Bis heute erlebt sie daher in der Integration der beiden Ansätze eine sehr sinnstiftende Synergie.

Und wie bist Du ans isb gekommen, Dörthe?

Dörthes Geschichte mit Bernd ist in diesem Sinne wie sie selbst sagt eine lange, denn er war der erste, bei dem sie den Impuls hatte zu denken „Von dem kann ich etwas lernen" und seitdem hat sie die Entwicklungen und die Kultur des heutigen isb letztlich immer mit begleitet, so wie auch das isb immer Teil ihrer Entwicklungen war und ist. 

Und es ist auch eine einfache und klare Geschichte:  Dörthe macht in den 80ern "auf lila Matratzen in Heidelberg" bei Bernd Schmid ihre TA Ausbildung. Schon in der Zeit in Griechenland lädt Bernd sie zur Mitarbeit in einem Projekt im Südural ein (Betriebsberatung in Orsk).

"Seit den Anfängen der Lehre hier am Institut war ich dann einfach mit dabei. So war das [...] So wie es Bernds Art ist kam er einfach irgendwann und sagte: Ich finde Du solltest da mitmachen Dörthe."

Was bedeutet für Dich die Rolle der „Lehr"-Trainerin hier am isb? Du, die Du nie Lehrerin im eigentlichen Sinne werden wolltest?

 „Ich habe die Begeisterung meiner Familie für das Lehren auch in mir und bin glücklich, hier einen Ort und ein System gefunden zu haben, an dem ich das ohne oder mit fast keiner Bewertung oder Beurteilung tun kann. Stattdessen ist UrteilsKRAFT gefragt und es ist schön, dass die Rückmeldung hier nicht in Form von Fragebögen erfolgt, sondern über die Resumées der Teilnehmer zu ihrer Lernerfahrung, was mir ein viel wertvolleres Feedback ist. Und ich bin froh, hier an einem Ort zu sein, an dem die Menschen freiwillig kommen, um zu lernen!"

Dörthes beruflicher Weg wird in beeindruckender Konsequenz von den Begriffen des Verstehens und Lernens wie auch (im abgrenzenden Sinne) denen des Bewertens und Beurteilens begleitet. Ihre Haltung war ihr hier, so scheint es, immer ein zuverlässiger Kompass auf diesem ihrem Weg des persönlichen Lernens und Entwickelns.
Am isb in ihrer Lehrtrainerrolle kann sie einen Lehr- und Lernraum eröffnen, in dem sie nicht nur selbst offen und neugierig in die Begegnung geht, sondern eben jene Haltung auch als Teil des Lehrinhaltes weitergibt!

Was ist typisch für Dich als Lehrerin? Was zeichnet Dich im Besonderen aus?

„Es bedeutet mir viel und gelingt mir gut, einen Raum zu gestalten, in dem Menschen sich vertrauensvoll öffnen und darüber weiterentwickeln können. Ich erlebe ein Glück im Lehren, wenn ich gar nicht mehr so wichtig bin, weil die Gruppe in ihrem Raum diesen gemeinsam gestaltet, sich fordert und fördert."

Und die Rolle von Schönheit und Sprache?

Für Dörthe Verres ist Schönheit ein zentraler Begriff. Sie beschreibt die Schönheit in Lehre und Beratungsgesprächen als eine Dimension, über die Inhalte zugänglicher und leichter annehmbar werden. Was sie damit meint, versteht man sofort, denn die Gespräche mit ihr sind von so kristallener Klarheit der Gedanken, denen sie – etwa über die Sprache aber keinesfalls nur - eine schöne Form gibt. Das öffnet im Gespräch ein Vertrauen, sich diesem Raum hinzugeben, macht es leicht, sich zu öffnen und es macht einfach Spaß, zuzuhören, wie Dörthe die Dinge als Geschichte erzählt.
Passend hierzu sind auch die von ihr angebotenen Selbsterfahrungen, die teilweise in dem von ihr begründeten Seminarzentrum in Nikiti, Griechenland stattfinden, wo das ganzheitliche Erleben wesentlicher Teil des Konzeptes ist. Am isb findet sie wie sie sagt viele Aspekte einer solchen Schönheit der guten Gestalt wieder: in den vielfältigen Formen der professionellen Begegnung innerhalb und außerhalb des Seminargeschehens ebenso wie in der alltäglichen Gastlichkeit am Mittagstisch im Schlosshof.

Dörthe sieht sich in diesem Sinne als eine Lehrerin, der es bei der Vermittlung von Wissen immer auch um Kultur und Haltung geht.

„Ich mag es, wenn man an Geschichten lernt und sich die Theorie dazu dann selbst erzählt. Und es macht mir eine große Freude, für Phänomene eine gute und schöne Sprache zu finden, die berührt".

 

Und Konzepte/Modelle, welche sind hier grundlegend für Dich?

Für Dörthe Verres sind Modelle, die wesentliche Unterschiede würdigen, hilfreiche Perspektiven. Das entspricht sehr ihrer Haltung und professionellen Geschichte.

„Das Drei-Welten-Modell in seiner Einfachheit ist nach wie vor sehr zentral für mich und bietet immer wieder zielführende Perspektiven. Ebenso hilfreich sind wie ich finde Konzepte über wesentliche Unterschiede, wie beispielsweise Introversion und Extroversion oder C. G. Jungs Funktionstypen."

Erfahren Sie mehr zum Drei-Welten-Modell auf unserem isb campus.

Gibt es eine Konstante im Wandel Deines Lebens, etwas, das Dich immer begleitet?

Eine von Dörthes Leidenschaften ist das Singen. Vor allem in Gemeinschaft oder mit ihrer Gitarre. Sie sucht stets nach einer Möglichkeit, sich –besonders über Poesie und Musik- immer wieder aus dem Alltäglichen zu lösen, weil sie sich wie sie sagt sonst auch gerne im alltäglichen, kleinen (privaten oder professionellen) Glück verlieren könnte. Dann bliebe ihre andere Sehnsucht - nach der Begegnung mit den Themen hinter den Themen- unerfüllt. 

Vielleicht kann ich es die Sehnsucht nach Inspiration durch das Musische im Leben nennen. Pablo Picasso bringt es in einem kleinem Satz auf den Punkt: „Die Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele ..."

Hast Du ein Lernfeld? Gibt es etwas, das Dich da begleitet?

Müssen viele Lehrer erst mit der Zeit üben, den Lernenden auch ihren Raum zu geben, beschreibt Dörthe einen umgekehrten Weg: Sie erzählt von sich, dass sie „immer daran gearbeitet habe, Räume nicht nur zu schaffen, sondern sie dann auch zu nehmen, wenn das von mir gefordert wird. Das ist eines meiner Lernfelder!"

Und sonst? Lieblingsbücher? Essen?

Jenseits des klassischen Fachbuchs mag Dörthe etwa Bücher wie Joachim Meyerhoff „Wann wird es endlich wieder so, wie es niemals war!" oder „der Trafikant" von Robert Seethaler und man spürt in ihrer Beschreibung, dass sie für sich viel Wahrheit und Begeisterung aus der Belletristik zieht.
Für ihre persönliche Weiterentwicklung sucht sie insgesamt selbst mehr in der Kunst, in Filmen, Musik und Poesie. Die Fachliteratur wiederholt ihr wie sie sagt zu oft einfach in neuer Sprache bereits Bekanntes.
Das passt zu ihr – erzählt die Kunst doch Geschichten und macht das, was man vielleicht „Wahrheit" nennen mag, anders erlebbar – so wie Dörthe es in ihrer Lehre auch erlebbar machen möchte.

„Meistens ist die Grundessenz schnell erzählt. Ich glaube ich habe mehr Lust, aus den Dingen die Essenz zu nehmen und daraus eigene Geschichten zu erzählen, sie schwingen zu lassen und mit Leben zu bereichern Ich möchte so lehren, dass man es ohne nachzuschlagen im Kopf behalten kann."

Und wenn sie doch ein Fachbuch nennen sollte, nennt sie das Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I: Das Grundlagenwissen von Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer, weil sie von dessen Anschaulichtkeit sehr angesprochen war. Oder Verena Kast, "die in dem ihr eigenen, anderen Stil etwa über Träume schreibt."

....Und Dein Lieblingsessen?


„Zitronen- oder Rosmarinkartoffeln."

Danke, Dörthe, für das schöne und bereichernde Gespräch!

„Typisch Dörthe!"

Stimmen aus den Reihen des isb

Entspannt, weise und beobachtend
...eine interessante Frau!
Klar, Feuergeist
Verbreitet gute Laune
Singen, singen, singen
natürliche Autorität und Respektsperson
Bei und mit ihr verfliegt die Zeit
Lustig, klug und belesen
Mütterlich
DIE Netzwerkerin
Bringt Welten und Menschen zusammen

https://www.youtube.com/watch?v=3iU8l5skRFo

Dörthe Verres zu Träumen

https://www.youtube.com/watch?v=49RiJIXhatw

Dörthe Verres zu Spielen aus Sicht der Transaktionsanalyse

https://www.youtube.com/watch?v=vDaFkuY0btQ

Dörthe Verres zu Skript (-Mustern) in der Transaktionsanalyse