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zum isb KI-Forum

8. isb KI-Forum #LetsTalkAboutKI:
Zwischen Menschenbild und Maschinenlogik – wie der Mittelstand KI in Organisationen systemisch klug integriert. Use Cases, Stolpersteine und Lernschleifen
Am 9. Juni 2026 von 17 - 19.30 Uhr via Zoom

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in Organisationen – auch im Mittelstand. Und während die technologischen Möglichkeiten sich weiter rasant entwickeln, stehen Unternehmen vor mehr denn je vor der Herausforderung: Wie lässt sich KI zügig und sinnvoll in gewachsene Strukturen, Kulturen und Entscheidungsprozesse integrieren? 

Im Unterschied zu Konzernen verfügen mittelständische Unternehmen selten über eigene KI-Abteilungen oder große Innovationsprogramme. Gleichzeitig können sie nicht so radikal experimentieren wie Start-ups, die ihre Geschäftsmodelle oft von Beginn an um digitale Technologien herum aufbauen.  

Der Mittelstand steht daher vor einer besonderen Aufgabe: KI so einzusetzen, dass sie bestehende Stärken ergänzt – und nicht bewährte Strukturen destabilisiert. 

Damit rücken andere Fragen in den Mittelpunkt als rein technische: 

  • Welche Use Cases bringen im Alltag tatsächlich Mehrwert? 
  • Wie können Unternehmen sich im schnell wachsenden KI-Markt orientieren und fundierte Entscheidungen treffen
  • Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte und Mitarbeitende, um KI sinnvoll nutzen zu können? 
  • Wie lässt sich KI in bestehende Prozesse integrieren, ohne eine Vielzahl isolierter Tools zu erzeugen? 
  • Und wie verändert KI langfristig Rollen, Verantwortung und Zusammenarbeit

Gerade im Mittelstand spielen zudem Faktoren eine besondere Rolle, die in vielen KI-Debatten zu kurz kommen: Erfahrungswissen, persönliche Verantwortung, gewachsene Beziehungen zu Mitarbeitenden und Kunden sowie eine starke Unternehmenskultur. 

Die Einführung von KI berührt daher nicht nur Technologien, sondern auch grundlegende Fragen organisationaler Praxis: 

  • Wie verbinden wir menschliche Erfahrung mit datenbasierter Analyse
  • Welche Entscheidungen wollen wir automatisieren – und wo bleibt bewusst menschliche Urteilskraft zentral? 
  • Wie können Organisationen experimentieren und lernen, ohne ihre Stabilität zu verlieren? 

Aus systemischer Perspektive geht es dabei weniger um die Einführung einzelner Tools als um die Gestaltung neuer Lern- und Entscheidungsprozesse in Organisationen. Organisationen entwickeln sich nicht allein durch neue Technologien, sondern durch die Art und Weise, wie Menschen sie in Kommunikation, Zusammenarbeit und Verantwortungsstrukturen integrieren.  

Das 8. isb KI-Forum möchte genau diesen Raum öffnen: für Erfahrungsaustausch, Reflexion und gemeinsames Lernen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Beispiele aus der Praxis des Mittelstands – erfolgreiche Anwendungen ebenso wie Stolpersteine und unerwartete Nebenwirkungen. 

Gemeinsam wollen wir erkunden: 

  • welche realistischen Einsatzmöglichkeiten von KI sich im Mittelstand zeigen, 
  • welche typischen Herausforderungen und Entscheidungsfragen entstehen, 
  • wie Organisationen kompetent mit neuen Technologien experimentieren können, 
  • und wie eine Zusammenarbeit zwischen menschlicher Erfahrung und maschineller Logik gelingen kann. 

 

Hier geht's zum Anmeldeformular

Die Veranstaltung ist kostenfrei!

Deine Ansprechpartnerin
Jutta Werbelow

Use Cases

Natalie Kuba: Vier Sprachen. Vier Tage. Wie KI den methodischen Ansatz „Design by Need" ermöglicht

KMUs kennen das strukturelle Dilemma: Wenige Menschen decken viele Fachbereiche ab. Ob im Marketing und Communications-Bereich oder im People & Culture-Team, oft hält eine Person alle Fäden gleichzeitig in der Hand: Strategie, Content-Produktion, Corporate Identity, interne und externe Kommunikation. Was fehlt sind Werkzeuge, die mit dieser Komplexität Schritt halten, und schlicht Zeit.

Natalie Kuba kennt dieses Spannungsfeld aus eigener Erfahrung. Als Mitgründerin von Cataloop ist sie selbst dieses KMU. Im April 2026 führte sie gemeinsam mit ihrem Co-Founder Luca Curella ein viertägiges KI-Lab in Armenien durch: 28 Teilnehmende aus verschiedenen Ministerien des Landes, vier Sprachen im Raum, konsequent auf aktives Arbeiten ausgerichtetes Lab-Format. Das Prinzip: Workshopdesign by Need. Was die Gruppe an Tag 1 zeigt, formt die Agenda von Tag 2.

Das bedeutete in der Praxis: An jedem der vier Abende entstanden mit Claude interaktive HTML-Infografiken, Prozessbeschreibungen und Aufgabenstellungen auf Deutsch, Englisch und Russisch, markenkonsistent durch ein digitales Designsystem als konfigurierter Skill. NotebookLM verarbeitete die Beobachtungen und Notizen des jeweiligen Tages zu Präsentationsinhalten und Lern-Nuggets für den Folgetag.

Beim KI-Forum zeigt Natalie die entstandenen Artefakte und erklärt den Prozess von der Tagesbeobachtung bis zum fertigen Lernformat am nächsten Morgen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was wird in Beratung und Konzeptionsarbeit dank KI möglich, wenn Produktionszeit auf Stunden schrumpft?

Natalie Kuba ist studierte Kommunikationsexpertin, systemtheoretisch ausgebildete Organisationsentwicklerin und Teamcoach. Als Komplementärberaterin verbindet sie KI-Implementierung mit systemischer Organisationsentwicklung, von der Strategie bis zur konkreten Umsetzung mit Teams und Organisationen.

Matthias Tholen: Im Spiegel der KI – Ethische Intelligenz und systemische Entscheidungen im Unternehmen

Markus Gabriel beschreibt in seinem neuen Buch Ethische Intelligenz (Ullstein 2026) eine fundamentale Verschiebung: KI ist kein Werkzeug mehr, sondern ein „magischer Spiegel" und ein dialogisches Resonanzfeld, das uns emotional und ethisch herausfordert. Verbindet man diese Diagnose mit dem systemtheoretischen Verständnis von Unternehmen als Entscheidungssysteme, wird deutlich: KI greift nicht in periphere Prozesse ein, sondern in den Kern dessen, was eine Organisation ausmacht – die Entscheidungskommunikation. Echte Entscheidungen sind nicht ableitbar , sondern eine Wahl zwischen gleichwertigen Alternativen. 

Die zentrale Gefahr: KI suggeriert Berechenbarkeit dort, wo Paradoxien bearbeitet werden müssen, und verschiebt damit Zurechnung und Mut. Der Vortrag entwickelt vier Prinzipien einer verantwortbaren KI-Integration: KI als Reflexionspartnerin statt Entscheider, Sichtbarmachen der Leitunterscheidungen, Schutz der Paradoxien und Re-Personalisierung von Verantwortung. Die Leitfrage lautet damit nicht „Was kann KI?", sondern: Wer wollen wir als Unternehmen im Spiegel der KI sein?

Matthias Tholen ist systemischer Organisationsberater und erkundet in vielfältiger Weise die Spannung zwischen menschlichen Bedürfnissen und strukturellen Anforderungen. Als Wanderer zwischen systemischen Welten hält er KI für ein bisher unverstandenes Beziehungsphänomen.  

Dr. Matthias Wegner: Wenn KI den Kontext der Organisation kennt: Rollenbasierte Agenten in der systemischen Praxis

Durch KI werden ausführbare Tätigkeiten zur Massenware. Was bisher im Flurgespräch weitergegeben und auf Whiteboards skizziert wurde, muss jetzt maschinenlesbar werden, denn ein KI-Agent folgt nur dem, was er vorfindet. Ohne klaren organisationalen Kontext passiert eine stille Verantwortungsverschiebung: Der Agent handelt, aber niemand hat definiert, nach welchen Regeln.

Matthias beschreibt in seinem Impuls einen strukturierten Ansatz, wie Rollen, Verantwortlichkeiten, Kompetenzprofile und Governance-Regeln so modelliert werden können, dass KI-Agenten nicht im Vakuum operieren. Dabei stellt er unterschiedliche Autonomiestufen vor: von vollständig genehmigungspflichtigen Aktionen bis hin zu eigenständig handelnden Agenten, deren Spielraum durch organisationale Regeln eingegrenzt ist.

Für systemische Berater:innen steckt darin eine konkrete Erweiterung des eigenen Arbeitsfeldes: Die Qualität einer KI-Integration hängt direkt davon ab, wie gut eine Organisation ihre eigenen Strukturen und Muster kennt und beschreiben kann. Implizites explizit machen, das können systemische Berater:innen.

Dr. Matthias Wegner ist promovierter Naturwissenschaftler mit Nebenfachdiplom in Informatik (Genetischen Algorithmen und Neuronalen Netzen, also dem, was heute unter KI firmiert). Beruflich skalierte er zuletzt als CTO und CPTO Jobrad als digitale Organisationen und Technologielandschaft. Aktuell ist er am isb in der Ausbildung zum systemischen Coach, weil ihn die Frage bewegt, wie Technologie und menschliche Entwicklung zusammenwirken.


Marcel Rößner & Matthias Richter: Die Interview-Revolution: Wie KI qualitative Befragungen demokratisiert und skaliert 

Live-Demo, echte Cases und eine neue Kategorie der Organisationsentwicklung.

Klassische Befragungen kennen zwei Extreme: quantitative Fragebögen (schnell, aber oberflächlich) oder qualitative Interviews (tiefgründig, aber extrem zeitaufwendig). Marcel und Felix von senze.ai haben eine neue Kategorie in der Befragungsmethodik entwickelt. In diesem 15-minütigen, dynamischen Impuls zeigen sie direkt und praktisch, was möglich ist und zeigen das direkt während des Forums mit einer Befragung in Echtzeit mit den Teilnehmenden. Anschließend zeigen sie anhand von konkreten Use Cases aus absolvierten Projekten des letzten Jahres, wie Organisationen plötzlich qualitative Tiefeninterviews von 15 bis zu hunderten Menschen gleichzeitig führen können.

In der anschließenden Break-out Session analysieren sie die Ergebnisse der Live-Befragung, werfen einen kritischen Blick auf die Methodik und diskutieren die Chancen und Grenzen von KI in der systemischen Organisationsentwicklung.

Marcel Rößner ist CFO bei senze.ai & Organisationsentwickler und verknüpft wirtschaftliche Realität mit dem menschlichen Faktor. 

Matthias Richter ist CTO bei senze.ai und verbindet technologische Tiefe mit dem Verständnis für menschliche Entwicklung.


Friederike Gries, Peter Lingenfelser, Ragna Rehder: Wie KI-gestützte Kommunikationsanalyse die Personalentwicklung im Mittelstand verändert

Friederike Gries, Peter Lingenfelser und Ragna Rheder geben Einblicke in ihre praktische Arbeit mit KI-gestützter Kommunikationsanalyse als Ausgangspunkt für Personalentwicklung im Mittelstand. Anhand konkreter Erfahrungen zeigen sie, welches Potenzial dieser Ansatz bietet – und wo seine Grenzen liegen.

Der Beitrag beleuchtet ein auf den ersten Blick technisches Thema aus einer anwendungsnahen Perspektive: Welche neuen Einsichten entstehen durch datenbasierte Analyse von Kommunikation? Mit welchen Vorbehalten oder Widerständen ist zu rechnen? Und welche veränderten Anforderungen ergeben sich daraus für Coaches und Trainer?

Ihre Fragen:

  • In welchen Bereichen kann KI die Personalentwicklung sinnvoll unterstützen – und wo sind Risiken zu berücksichtigen?
  • Welche spezifischen Anforderungen prägen die Personalentwicklung im Mittelstand – und welchen Beitrag kann KI hier leisten? 

Friederike Gries ist isb Alumna und begleitet als Coach Menschen und Teams in der Entwicklung wirksamer Kommunikation. Aktuell beschäftigt sie sich insbesondere mit der Frage, wie sich das Zusammenspiel von menschlichen und KI-gestützten Anteilen in der Personalentwicklung künftig gestalten wird.

Peter Lingenfelser ist Dipl. Volkswirt sowie Mitgründer und Gesellschafter von CommPass plus. Er integriert innovative, wissenschaftlich fundierte KI-Sprachanalysen in die Personalentwicklung, um kommunikative Wirkung objektiv messbar zu machen und so gezielte Entwicklungsimpulse für Menschen und Teams in mittelständischen Unternehmen zu setzen.

Ragna Rehder leitet den Bereich Learning & Development der Stern-Wywiol-Gruppe und versteht sich als strategischer Partner für das Business. Ihr Ziel ist es, Lernen wirksam in den Arbeitsalltag zu integrieren, Fähigkeiten zukunftsorientiert aufzubauen und damit einen messbaren Beitrag zu Transformation, Zusammenarbeit und Unternehmenserfolg zu leisten.

Lust, Deinen Use Case beim kommenden KI-Forum vorzustellen?

Wir freuen uns wie immer über kleine und große Use Cases, Experimentiermomente und Erfahrungseinblicke
und über alle, die mit Interesse zuhören, berichten, herzeigen, fragen und mitdenken.

Du bist auch gerade mit KI am Experimentieren oder hast sogar schon ein Projekt? Und Du willst Deine Erfahrungen beim kommenden isb KI-Forum teilen?

Schreib einfach an Jutta Werbelow.

Wir freuen uns wieder auf einen regen und anregenden Dialog.

Herzlich,

Thorsten Veith

 

Über das isb KI-Forum

Mit dem KI-Forum bieten wir Plattform und Sammelstelle für Austausch, Sichtbarmachen, Experimentieren und miteinander Lernen zu den kleinen und großen Anwendungen und Anwendungsfeldern von KI in Eurem tagtäglichen Tun - ganz gleich, ob es bereits existierende Tools sind oder ob Ihr mit selbst konfigurierten Anwendungen experimentiert und laboriert.

Wir meinen damit Use Cases im wortwörtlichen Sinn. Anwendungsfälle, in denen Ihr KI (be-)nutzt.

Alle Informationen zum KI-Forum #LetsTalkAboutKI findet Ihr hier.