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Lars Förster

Lars Förster
Lehrtrainer

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"So, it's kind of like the quest for the holy grail.  Well, you know, who gives a shit what the holy grail is. It's the quest is what's important."
- Yvon Chouinard

Lars Förster zu seiner Arbeit: 

Organisationen sind beseelt, wenn Menschen gemeinsam in ehrlicher Auseinandersetzung mit offenem Visier wesentliche Themen der Organisation gestalten und nach vorn bringen. Mit zeitgemäßen Organisationsstrukturen kann das die Regel werden. Besondere Momente sind für mich Situationen, in denen Menschen ihre organisationalen Masken fallen lassen können und so in echten Kontakt kommen. Dann haben sie die Basis, die tatsächlichen Themen zu klären.
Durch diese Klarheit entstehen häufig kraftvolle Folgeprozesse für die Organisation. Mein Purpose ist es, Menschen in Organisationen über meine Haltung, stimmige Settings und Strukturen dabei zu unterstützen, diese wirksame Art zu arbeiten lieben zu lernen.
Am isb lehrt Lars Förster im Curriculum "Systemische Beratung für Young-Professionals I".

Wissenswertes über Lars Förster

  • Begleitung von Einzelnen und Führungsteams in komplexen Organisationskontexten
  • Konzeption und Durchführung von Führungskräfteentwicklungsprogrammen
  • Konzeption und Durchführung von Management-Offsites und Team-Workshops/ -Coachings
  • Konzeption und Durchführung von Formaten zur Qualifizierung von Beratern, Coachs und Führungskräftetrainern
  • 2018 Gründer und Geschäftsführer subject:RESOUL GmbH
  • 2011-2017 Gründer und geschäftsführender Gesellschafter FÖRSTER UND NETZWERK GmbH
  • 2011-2017 Kooperationspartner des Instituts für Systemische Beratung (ISB) Wiesloch in der Ausbildung von Beratern zu den Themen Coaching, TE, OE
  • 2009- 2013 Externer Referent Projekt- und Change Management, Hochschule Pforzheim, Master-Studiengang Human Resource und Management Consulting
  • 2010-2011 Kernteammitglied Kienbaum Capability Change Management und Organisationsentwicklung
  • 2004-2011 Expert Leadership/ Project Manager, Kienbaum Management Consultants GmbH
  • 1997-2004 Freie Universität Berlin: Betriebswirtschaftslehre, Schwerpunkte: Organisation und Führung, Umweltmanagement, Arbeits- und Organisationspsychologie. Abschluss: Diplom Kaufmann
  • 2002-2003 Lincoln University, Christchurch, Neuseeland: Commerce, Schwerpunkte: HR-Management, Business Management;
    Lehrtätigkeit HR-Management, Abschluss: Bachelor of Commerce
  • 2017 Design Thinking Basics (Dark Horse Innovation)
  • 2016 staRHlord – certified implementer staRHs Feedback tool (Resourceful Humans)
  • 2015 Getting Things Done Fundamental (Next Action Partners)
  • 2007 Outdoor Instructor (Outward Bound Canada)
  • 2006-2008 Systemischer Berater, Fokus: Systemische Kompetenz in Veränderungsprozessen (ISB Wiesloch)
  • 2005 Zertifizierung Trainer Basics (Neuland)
  • 2005 Zertifizierung DISG (heute persolog) Persönlichkeitsprofil (persolog GmbH)

Meine Arbeitsweise ist geprägt durch

  • meine systemische Haltung mit entsprechenden Perspektiven, Ansätzen und Methoden.
  • eine hohe Praxis- und Transferorientierung sowohl im Konzept als auch in der Durchführung.
  • konsequente Lösungs- und Ressourcenorientierung, Authentizität, Greifbarkeit, Humor, Lebendigkeit und Augenhöhe.
  • die Faustregel maximal 30% Input durch den Berater, 70% „Selbst Tun" durch die Teilnehmer.

Thorsten Veith "auf einen Espresso" mit Lars Förster

Thorsten Veith und Lars Förster sprechen "auf einen Espresso" über Führung und Zusammenarbeit, überfrachtete Erwartungen an die Führungsrolle und über den Umbau seiner eigenen Organisation, in der acht Menschen gemeinsam zu Entscheidungen kommen müssen.

https://www.youtube.com/watch?v=yAMGY5hK7CI

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Streiflichter

Lars Förster und Jutta Werbelow im Interview:

Erstes Jahr „Systemische Beratung für Young Professionals", erster Baustein YP I. Lars Förster kommt rüber in der Mittagspause. Eine entspannte und hellwache Begegnung.

Das Gespräch im Überblick

Jutta sprach mit Lars über...

... das isb und wie es seinen Weg geprägt hat
... seinen beruflichen Weg bis zur eigenen Organisation
... subject:RESOUL, beseeltes Arbeiten und Selbstorganisation und wie das in seine Arbeit als Lehrtrainer einfließt
... seine Lieblingsmodelle des isb
... Themen, die für ihn immer mehr an Bedeutung gewinnen

Wie hat das isb Deinen Weg geprägt?

Gerade mein eigenes erstes Jahr YP 2006 war für mich ein großer Katalysator, weil ich in dem Job, in dem ich damals arbeitete, zu der Zeit ziemlich unglücklich war. Ich kam ans isb und war wie ein reifer Apfel am Baum. Es ging gleich los mit einem inneren Entwicklungsprozess, der für mich sehr viele Weichen gestellt hat. Deshalb wünsche ich mir auch so sehr, genau das denen zu ermöglichen, die jetzt da drinsitzen und vor ähnlichen Fragen stehen. Ich habe gestern Abend wieder festgestellt, dass ich jedes Mal aufs Neue im Curriculum Lampenfieber habe. Weil mir das so wichtig ist. Und ich stelle auch fest, wie sehr die ganze isb Kultur, die isb Methodik und Didaktik hier die Basis geben.

Ich bereite mich auf die Themen sehr intensiv vor. Am Abend eines Bausteintags, ich hab mich kürzlich mit Bernd drüber unterhalten, er nennt das „Booten", muss ich mich selber wieder hochbooten. Das brauche ich jedes Mal. Auch jetzt gleich, wenn ich nach der Mittagspause wieder reingehe, werde ich mich nochmal erneut in diesen Basic Input reinversetzen.

Ich bin nicht der Typ in Vorträgen, der seine Bullet-Points hat für jedes Thema. Ich funktioniere extrem assoziativ. Dadurch bin immer sehr dicht an den Leuten dran. Und dafür muss ich mich mental ein bisschen drauf eingestellt haben.

2006 hast Du am isb Deine Ausbildung gemacht, jetzt bist Du hier Lehrtrainer. Wie war Dein beruflicher Weg? Was hat Dich zur Beratung gebracht und letztlich zu subject:RESOUL und als Lehrtrainer ans isb?

Ich habe 2008 noch das zweite Jahr gemacht. Und dieses erste Jahr hatte mich bereits so mit dem isb verwoben, dass ich seitdem immer in Kontakt geblieben bin. Am Anfang war ich sehr aktiv im isb Netzwerk, das war für mich wie ein Anker, denn ich hatte noch im ersten Jahr meinen Job gekündigt. Ich war bei einer Beratungsfirma mit Fokus auf HR-Themen. Dort war ich damals angetreten mit einem „365 Tage-Buch". Hin- und hergerissen zwischen Faszination und Fluchtimpuls hatte ich mir gesagt: 365 Tage kuck ich mir an, wie das wirklich ist und schreib darüber Tagebuch. Dann hab ich zwei Seiten geschrieben. Weil ich gar keine Energie mehr dafür hatte. Das war so bezeichnend.

Dieses starke Zweifeln, das ich in meiner ersten professionellen Rolle erlebt habe, war auch das, was mich ans isb gebracht hatte. Nach dem zweiten Baustein hab ich gekündigt. Und habe die interessante Erfahrung gemacht, dass mit dieser klaren Entscheidung plötzlich eine große Gesprächsbereitschaft in der Organisation entstand. Ich hab dann ein Jahr mit einem 60% Modell gearbeitet mit allen Freiheitsgraden, nebenher eigene Projekte zu machen. Ich habe einiges ausprobiert, viele spannende Leute kennengelernt und auch gemerkt, das funktioniert in der Form nicht für immer. Und ich bin auch noch nicht soweit für eine Selbständigkeit. Irgendwann kam eine richtig gute Führungskraft neu in die Organisation. Zu dieser bin ich dann nochmal mit 100% Anstellung für zwei Jahre zurückgekehrt. Das waren dann mit ihm nochmal zwei richtig gute und wichtige Jahre für mich. Aber das Setting insgesamt war weiterhin nicht meins. 2010/2011 ging ich schließlich raus, als unser erster Sohn geboren wurde.

Ich hab dann ein paar Menschen gefunden, die ich lange kannte, und die mit meiner Idee, wie man auch Beratung machen könnte, etwas anfangen konnten. Wir hatten eine starke Vertrauensbasis miteinander und haben uns super ergänzt. Es ging ganz viel darum, erst einmal den Kontext so zu gestalten, das wir darin freudvoll beraten können - denn seit ich beim isb war, hat mir Beratung an sich viel Spaß gemacht.

Ich merkte, es geht auch anders als vorher, wo ich ständig aufpassen musste, dass ich nicht ausbrenne und zynisch werde. So haben wir also angefangen zu viert, dieses Modell irgendwie zu stricken und aufzubauen. Und das hat unglaublich viel Freude gemacht! Es war nicht weniger Arbeit. Mit Familie zusammen war das Leben trotzdem sehr dicht.

Wir sind als Netzwerk gestartet. Mittlerweile ist das auch ein kleines Unternehmen, acht Leute im Kern, dann nochmal 10-12 im engen Kreis drumherum. Wenn man das selber gestalten kann, ist das einfach cool. Ich habe in der Zeit gemerkt, dass ich doch ein sehr ausgeprägtes Freiheitsmotiv habe. Ich komme aus einer Unternehmerfamilie. Ich dachte immer, ich würde das alles anders machen. Meine Eltern haben eigentlich immer gearbeitet, da habe ich als Kind sehr früh gewusst, dass ich das später gern anders hinbekommen möchte. Aber es gab eben auch alle Freiheitsgrade, Entscheidungen zu treffen. Und plötzlich war ich nach dem Studium in einem System gelandet, wo ich 60 bis 70 Stunden die Woche gearbeitet habe, tausend Regeln zu befolgen hatte und vieles tun sollte, wovon ich nicht überzeugt war. Steile Lernkurve, aber bereits mit Ende 20 energetisch ständig am Limit. Jetzt wieder so zu arbeiten, wo einem keiner sagt, was man machen muss, das hat mich total befreit.

Und subject:RESOUL?

Das hieß lange „Förster und Netzwerk". Es war zu Beginn noch keiner da, als ich einen Namen brauchte, z.B. für den Gründungszuschuss und die ersten Visitenkarten. Dann konnte ich die ersten Kollegen gewinnen, und wir haben eigentlich sofort angefangen, uns gemeinschaftlich zu steuern und auf Augenhöhe zu arbeiten. Ich bin nicht so der Anführertyp. Ich stimme mich sehr gerne mit anderen ab. Als dann so langsam der Erfolg kam, war dann der Name dran. Das war dann auch ein interessanter Ego-Reflexions-Prozess für mich ebenso wie für meine Kollegen. Wir haben viel darüber gesprochen. Das waren sehr intensive Dialog-Prozesse, sehr gut und auch sehr anstrengend, weil wir da allesamt sehr ehrlich zu uns waren und alle Karten auf den Tisch gelegt haben. Seitdem haben unser aller acht Egos gut akzeptierte und reflektierte, feste Plätze in unseren Diskussionen und dürfen explizit als Gründe für Entscheidungen angeführt werden. Das ist für uns alle ein Riesengewinn, dieses Thema gut entstigmatisiert zu haben!

Und während all dieser Zeit hatte ich auch immer Kontakt zu Thorsten und zu Ilka Schwering (auch Lehrtrainerin in YP I). Wir beide haben zusammen mit anderen in Leipzig und Bonn das Junior Professionals Curriculum im Rahmen der ProfessionalGroup durchgeführt. Das war 2012. Später haben wir fürs isb ein Inhouse Curriculum gemacht.
Ich war dann doch ziemlich überrascht, als Thorsten sich gemeldet hat. Das erste Mal ging es um die Nachfolge von Volker Köhninger, das war 2016, ich war mitten im Hausumbau, und wir hatten gerade ein Baby bekommen. Das Wasser stand bis über den Kopf. Da habe ich Thorsten schweren Herzens abgesagt und dachte, heieiei, das war´s jetzt irgendwie, diese Frage darf man nicht mit Nein beantworten. Nur, ich wusste, ich kann zu dem Zeitpunkt einfach nicht zusagen, da kommt nix Gutes bei raus. Und dann irgendwann hat Thorsten sich nochmal gemeldet, als es um die Neubesetzung des YP ging. Da wusste ich, jetzt muss ich zugreifen. Beherzt!

Noch eine Frage zu Deinem Ausbildungshintergrund...

Ich bin BWLer. Und verkappter Soziologe. Das wäre eher mein Interesse gewesen. Das BWL Studium war eher ein Familienauftrag. Ich hab´s gemacht, allerdings schon mit einem großen Ringen. Ich hab mich im Studium dann auf die Fächer gestürzt wie Wirtschaftspsychologie, Organisation, Führung und Umweltmanagement. Und die haben mich auch gefesselt.

Wie habt Ihr letztendlich den Namen Eures Unternehmens gefunden?

Wir haben uns gefragt: Was ist das, was wir glauben und tun und vor allem tun möchten als Organisation? Was glauben wir ist unser tatsächlicher Mehrwert, wenn wir Organisationen beraten?

Wir möchten richtig gute Settings für unsere Klienten entwickeln. So, wie ich das am isb erlebt habe, dass etwas Wesentliches für die Menschen passiert in der Organisation. Etwas, das am Ende den Unterschied macht. Die Menschen kommen in Bewegung, ziehen die Masken einmal weg, und wir besprechen die wesentlichen Dinge, um die es wirklich geht. Und wenn die geklärt sind, dann entsteht Bewegung, dann entsteht beseeltes Arbeiten.

So kam der Name subject:RESOUL. Für uns war der Namenswechsel ein richtiger Befreiungsschlag und totaler Energiebringer, es entstand ein ähnlicher Zauber für uns alle wie ganz zu Beginn des Netzwerks.

Wieviel aus diesen "beseelten" Jahren bringst Du mit in Dein Wirken als Lehrtrainer?

Was ich in die Curricula mitbringe, sind Jahre intensiver Auseinandersetzung und Selbsterfahrung mit Selbstorganisation. Das ist nun seit einigen Jahren ja insgesamt ein riesen Thema geworden. Alle sprechen von Agilität und neuen Formen der Zusammenarbeit. Und wir haben in den letzten acht Jahren alles durchlebt, was das so mit sich bringt, welche Vorteile das hat und wie das zu beseeltem Arbeiten führt.

Wir haben natürlich auch erlebt, was das zeitweise an Zumutung ist, z.B. wenn es um transparente Gehälter geht, wir uns zeigen müssen und Dinge auf den Tisch legen. Ich bringe die Erfahrung mit in die Bausteine, dass wir diese neuen Formen des Arbeitens schon lange am eigenen Leib gespürt und erlebt haben und für uns herausgefunden haben, was gut funktioniert und was es braucht, damit es funktioniert. Und natürlich denke ich auch an das ein oder andere Projekt, das wir gemacht haben (außer uns mit uns selbst zu beschäftigen), in dem wir herausfinden konnten, was wir von dem, was unter anderem hier am isb gelehrt wird, tatsächlich „draußen" nutzen und umsetzen können. Das Thema Seele ist hier am isb ja schon so verankert, das ist nichts Neues, was man mitbringt.

Was macht Dich hier am isb als Lehrtrainer aus?

Die Rolle in der Arbeit mit Gruppen ist mir sehr vertraut.

Am Wertvollsten ist mir, wenn es mir gelingt, dieses Mindset zu bewahren, das ich als noch „Beginner" in der Rolle als Lehrtrainer gerade habe, damit es lebendig bleibt; also wach sein, Dinge jedes Mal neu erfassen, Lampenfieber, Neugier.

Zudem kommt meine wachsende Erfahrung in Sachen Steuerung dazu. Ich habe durch unser kleines Unternehmen viel gelernt, nicht allein in der Rolle des Beraters, sondern auch in der Unternehmerrolle, Dinge am eigenen Leib in der Organisation zu spüren. Das ist etwas, das ich als Erfahrung mit in die Gruppen bringen kann, gerade in YP. Den Blick aus der Organisation.

Was ist Dein Lieblingsmodell vom isb?

Das Drei-Welten-Modell finde ich sehr hilfreich, weil ich bei unseren Klienten feststelle, dass viele ihre Welten überhaupt nicht zusammenbringen, sondern dass die nebeneinander her existieren. Ein anderes Modell, mit dem ich sehr viel arbeite, ist das Rollenmodell. Das ist in den Organisationen oft ein Schlüssel. Auch bei uns selbst. Und noch ein anderes Modell, das ich sehr einprägsam finde, Conny (Dr. Cornelia von Velasco) hat es mitgebracht, betrifft das Gestalten von Übergängen: Wie ist das mit dem Alten, das man loslassen muss, um in den Übergang einzutreten und im Neuen anzukommen? Das ist sehr anschlussfähig bei vielen unserer Klienten. Gerade das Bild des Trapezkünstlers finde ich gut, der, um zum anderen Trapez hinüber zu kommen, das alte erst einmal loslassen muss, der erst einmal fliegen muss, den richtigen Schwung haben muss. Und gut ist, wenn er vielleicht ein Netz drunter hat. Und wie kann das Netz aussehen? Wie kann ich mir das selbst gestalten, damit ich loslassen kann?

Was sind Themen, die für Dich immer mehr an Bedeutung gewinnen?

Spontan denke ich an lokales Arbeiten. Das ist wesentlich für mich auf ganz vielen Ebenen. Im Familiensystem, im sozialen System, ökologisch. Es gab Zeiten, da sind unsere Berliner Berater für ein Projekt nach München geflogen - und umgekehrt. Es gibt immer Argumente, die dafür sprechen, aber eigentlich ist das ziemlich krank. Persönlich ist das zurzeit mein ganz großes Thema. Wie kann ich den Job, den ich total liebe, immer besser anschlussfähig machen in meinem Familienleben? Ich hab ja erzählt, meine Eltern haben unglaublich viel gearbeitet. Ich habe meinen Vater oft gefragt, ob er nicht mal früher nach Hause kommen kann, weil der häufig erst um halb zehn oder später zuhause war. Die Antwort war häufig: Das ist schwierig, ich bin ja der Chef und bin da für alles verantwortlich. Dann habe ich ihn gefragt, ob nicht sein Geschäftspartner der Chef sein könnte, denn „Chef" war für mich noch kein Konzept, das irgendwie Sinn ergeben hat. Das hat sich mir total eingeprägt, und ich wollte das gleiche eben nicht für meine Kinder. Ich möchte da gern mehr Präsenz zeigen. Und im Moment gelingt das mit dem Modell, das wir haben, ziemlich gut.

Darüber bin ich extrem glücklich. Auch wenn unser jetziges System natürlich auch ziemlich unter Spannung steht. Und so war das dann auch, als Thorsten auf mich zukam mit der Frage, ob ich Lehrtrainer für YP werden wolle, dass ich dafür dann andere Projekte außerhalb Berlins konsequent abgegeben habe an Kollegen oder sie nicht verlängert habe. Und seit diesem Jahr bin ich dabei, nur noch Berliner Projekte anzunehmen. Bisher funktioniert es super.

Das ist für mich ein großes Lebensthema: ich will Beratung machen und gleichzeitig ein ganz normales Familienleben führen und meine Kinder aufwachsen sehen. Das ist eine ganz schön große Herausforderung, aber es ist möglich, und es ist sehr erfüllend. Und quasi nebenher reduziere ich massiv meinen Carbon Footprint.

Ich danke Dir für dieses Gespräch!