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Zum 20. Todestag von Niklas Luhmann

6. November 2018 – von Jutta Werbelow

Am 6. November 1998 starb der berühmte Soziologe Niklas Luhmann. 1997 war sein Opus Magnum der soziologischen Systemtheorie erschienen, sein „Projekt: Theorie der Gesellschaft. Dauer: 30 Jahre. Kosten: keine." - Die Gesellschaft der Gesellschaft.

Luhmanns Systemtheorie ist eine der erfolgreichsten, verbreitetsten und vielleicht meist diskutierten Theorien im deutschen Sprachraum, nicht allein in der Soziologie, sondern auch in der Psychologie, Managementtheorie oder Literaturtheorie. 

Die zentrale (Ein-)Sicht der Systemtheorie ist, dass die moderne Gesellschaft nicht mehr aus Gruppen einzelner Personen besteht, aufgeteilt in Klassen oder Stände, sondern aus Typen von Kommunikation, aus sozialen Systemen, differenziert in operativ geschlossene Funktionssysteme, die jeweils nach ihren ganz eigenen Logiken funktionieren, so z.B. Wirtschaft, Politik, Recht oder Kunst.

Viele im Feld der systemischen Beratung und des Coachings berufen sich in ihrer Arbeit auf die Systemtheorie Luhmanns, und gerade der Versuch eines Transfers ausgerechnet dieser Theorie in die „systemische" Berufspraxis wird kontrovers und kritisch debattiert (siehe z.B. den Artikel des Soziologieprofessors und Organisationsberaters Stefan Kühl: „Die fast unvermeidliche Trivialisierung der Systemtheorie in der Praxis. Von der Gefahr des systemischen Ansatzes sich in Beliebigkeit zu verlieren")

Mitte der 90er veranstaltete Bernd Schmid zusammen mit Kollegen in Heidelberg eine Tagung zu familientherapeutischen Themen und lud dazu u.a. Niklas Luhmann, Heinz v. Foerster und Francisco Varela ein, um mit ihnen über ihre Sicht zur Familientherapie und deren Entwicklung in den Dialog zu gehen. (erschienen dazu ist das Buch Lebende Systeme im Suhrkamp Verlag). In einem Gespräch im Mai 2018 erzählt Bernd Schmid über diese Tagung und Luhmann und reflektiert über die Anwendbarkeit von Theorie in der Praxis mit der Bernd Schmid typischen pragmatischen Gelassenheit: 

Da haben wir ausdrücklich dazu eingeladen, dass diese Menschen etwas aus ihrer Sicht zur Familientherapie und deren Entwicklung sagen sollen. Als Tagungsveranstalter habe ich schon oft den Versuch gemacht, Leute auf einen Fokus hin zu verpflichten, sodass man wirklich in Dialog kommt miteinander. [...] ich hatte von Luhmann ein Buch ganz gelesen, was schwierig genug war, [...] und so ging es ja ganz vielen, er hat eine ganz eigene Art von Sprache und Betrachtung, die ich theoretisch hochinteressant finde, die ich aber, wenn es um pragmatische Abläufe zwischen Menschen geht, äußerst schwer finde. [...] was mir sehr positiv auffiel, ist, dass Luhmann der einzige war, der wirklich versucht hat, sich in unsere familientherapeutischen Fragestellungen einzudenken und darüber zu resonieren." 

Bernd Schmid

 

Zu Niklas Luhmann haben wir eine Liste mit Links zu informativen Seiten zusammengestellt: