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Ein engagierter Vertreter systemischer Lernkultur: Dr. Franz Inderst 

4. Juli 2018 – von Jutta Werbelow

Franz Inderst, Leiter der Sparkassenakademie Bayern, ist seit Jahrzehnten eng verbunden und vernetzt mit dem isb – professionell und persönlich.

Jetzt schrieb Bernd Schmid seinem langjährigen Freund und Weggefährten eine schöne Würdigung zum 60. Geburtstag. Er beschreibt Franz so:

"Du bist ein Integrierer. Du willst die Sache und den Menschen zusammenbringen. Und solche brauchen wir."

Auch wir gratulieren nachträglich! Und nutzen den Anlass auch Franz einmal ins Rampenlicht zu rücken. Im Video spricht Franz Inderst über systemische Lernkultur auf dem Symposium der systemischen Peergroup München 2018, darüber, „welchen Beitrag systemische Lernkultur zu unserer eigenen Potenzialentfaltung leisten kann."

https://www.youtube.com/watch?v=xQCW5bDSpiI

Im ersten, theoretischen Teil des Vortrages nimmt er Bezug auf den Philosophen Peter Bieri und spricht über Landkarten, Selbstlernwege, das Bilden von Relationen, die kritische Reflexion unserer Weltbilder und Haltungen und auch dem Erreichen einer Urteilsfähigkeit mit dem Ziel, „dass wir uns selbst in die Lage versetzen, hellwach und interessiert in der Welt zu sein mit einer kritisch reflektierten Haltung uns selbst gegenüber und uns so die Welt erschließen."

„Und je mehr uns dessen bewusst wird, dass wir mit der Auswahl der Welt, in der wir arbeiten und leben, und mit der Art und Weise, wie wir an sie herangehen, auch immer gleichzeitig uns selber formen, desto mehr haben wir die Basis verstanden, auf der unser eigener Prozess des Werdens stattfindet. Und Bildung ist dabei, sich darüber klar zu werden, wer man sein möchte. Man vergegenwärtigt sich, welches Handwerkszeug man erlernt hat, mit welchen Ansätzen man auf die Welt blickt, man lernt darüber nachzudenken und zu diskutieren, und man entschließt sich am Ende angesichts wahrgenommener, erfahrener und verarbeiteter Alternativen zu einer eigenen Stimme."


„Überfall auf die Wirklichkeit oder: wie man einem toten Stier Baden-Baden erklärt"

Im zweiten Teil seines Vortrages veranschaulicht Franz Inderst die Theorie mit einem (ganz wunderbaren! Anm. die Red.) Beispiel aus der eigenen Praxis, „ganz im Sinne des Konstruktivismus: wie setzt man seine Story in die Welt, dass sie relevant wird für Menschen."

„Überfall auf die Wirklichkeit oder: wie man einem Stier Baden-Baden erklärt" – die Geschichte des vermeintlichen tibetischen Gastgeschenkes anlässlich des Gipfeltreffens von Helmut Kohl und Jaques Chirac 1995 in Baden-Baden, einem reinkarnierten bedeutenden Lama, der als solcher durch einfache Berührung Schicksale positiv wenden könne.

"Warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Weil sie in meiner Perspektive das Wesentliche unserer Arbeit zum Ausdruck bringt, dort, wo es darum geht, dass wir uns in unterschiedlichen Konstruktionen bewegen und dass jeder von uns die Welt selbst konstruiert. Wenn wir das, was wir lernen über unsere Ausbildungsgänge, nicht in einer Art und Weise einsetzen, die in der Eigenzeit des Klienten passiert, die die Teilnehmer so mitnimmt, dass sie lernen, Ihre eigenen Konstruktionen zu entwickeln und dann letztendlich in dem Möglichkeitsraum, der ja immer ein Zukunftsraum ist, ihre eigene Welt darin abgebildet sehen, dass dann tatsächlich Überfälle auf die Wirklichkeit des einzelnen auf das, was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, stattfinden."

Der (ebenfalls großartige! Anm. d. Red.) Bericht über diesen Workshop wurde veröffentlicht in: Überfälle auf die Wirklichkeit, Hans Geißlinger (Hrsg.), Carl Auer Verlag, Heidelberg

Franz Inderst ist Leiter der Sparkassenakademie Bayern und auch Stiftungsrat der Schmid Stiftung.