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Die Master und die Lebensuhr

2. Mai 2018 – von Birgit Minor und Wolfram von Bremen

Ein Nachbericht zum "Baustein 6" der isb Master von 2015 am 09./10.04. 2018 in Neustadt an der Weinstraße. Verfasst von Birgit Minor und Wolfram von Bremen.

Bereits zum wiederholten Male haben wir, die Master des isb MaterCurriculum  aus 2015/16, auf unseren eigenen Wunsch die vorgesehenen drei Bausteine des Masterprogramms ausgeweitet. Unsere Gruppe entschied 2016 mit dem Ende des „offiziellen" Programms, sich erst einmal auf unbegrenzte Zeit einmal im Jahr weiterhin zu treffen. Mit freundlicher Unterstützung des isb und unter der wunderbaren Moderation von Thorsten Veith, arbeiten wir seitdem jährlich für zwei Tage an einem Metathema, tauschen uns aus und schärfen weiter unsere Identität als Master des isb. Alle hatten und haben das Gefühl, dass hier ein Stück isb-Kultur gelebt wird, die bei uns einen besonderen Platz im Jahresablauf hat und die Idee von „Master sein" ganz konkret mit Leben erfüllt.

Schon beim letzten Treffen und besonders beim aktuellen ist deutlich geworden, dass die Begegnungen wesentlich und für alle auch thematisch attraktiv gestaltet werden sollten, damit wir eine hochwertige Zeit miteinander erleben können. Bei aller Freude, die Master zu treffen und sich auszutauschen: Wir haben alle eine volle bis übervolle Agenda - da braucht es das gewisse Etwas, damit sich dieser (Zeit-) Invest für uns lohnt. Wir erlauben uns, den Schwerpunkt unserem Bedarf anzupassen. Beim letzten Treffen merkten wir, dass für viele das Thema „Lebensmitte" mit all den unterschiedlichen Dimensionen sehr präsent ist. So kamen wir überein, dem mehr Raum zu geben und die „Lebensmitte" zum Leitmotiv unseres Treffens 2018 zu machen. Die zwei Tage waren nun so passgenau und werthaltig für uns, dass wir uns ohne Zögern schon wieder für das nächste Jahr verabredet haben.

Worum ging's?

Wir starteten mit der isb-typischen laaaangen Startrunde :-) . Nach einem Jahr mit wenig bis keinem Kontakt untereinander, braucht es diese Zeit des Ankommens und Andockens. Wir erfahren voneinander: „Was hat mich alles im vergangenen Jahr umgetrieben? Was beschäftigt mich? Was treibe ich? Was habe ich weiterentwickelt? Welche Fragen habe ich und welche Einsichten habe ich gewonnen?" etc. Dieses Mal war die „Mitte des Lebens" das Rahmenthema. Erstaunlich häufig ging es in den Beiträgen der Master um Themen der Begrenztheit und der Endlichkeit – einige berichteten vom Altwerden und Sterben der Eltern, vom Erinnern und Loslassen, von Unfällen oder Rückschlägen (= Rückbesinnung auf das für mich Wesentliche?). Es schien fast so, als hätte es für dieses Mastertreffen kein passenderes Thema geben können. Viele von uns stehen inzwischen in der Lebensmitte oder haben diese bereits überschritten. Reflektiert haben wir mehrheitlich noch nicht allzu viel darüber und erkannten den Mehrwert, dies in gewohnter isb-Didaktik miteinander zu tun. Die meisten von uns „fühlen" sich nach wie vor mittendrin im Leben. Das (zumeist) kraftvolle Tun und die Forderungen des Lebens überwiegen... noch. Dabei wird unser „seelisches Betriebssystem in laufendem Betrieb umgebaut!" Insofern war es eine gute Idee, hier etwas tiefer zu schürfen und das große Ganze in den Blick zu nehmen.

Zu den Lebensphasen gibt es viel gutes isb-Material. Unter Bezug u.a. auf die Lebensuhr von Conni von Velasco führte uns Martin Langen inspirierend ins Thema ein. „Von jedem Ort des Lebens schaust du anders auf die Welt" - so beschäftigten wir uns mit den verschiedenen Lebensphasen. Das machte uns nachdenklich und löste auch Fragen zu unserer Arbeit mit anderen aus – nach wie vor wird die Endlichkeit und Begrenztheit des Lebens in der Gesellschaft und den Bühnen, auf denen wir arbeiten, nur sehr zögerlich miteinbezogen. Denn auch die Mitarbeiter befinden sich ja in unterschiedlichen Lebensphasen, mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Bevor wir nun alle schwermütig in dunkle Gedanken verfallen konnten, stimmte uns Martin Sacher auf die positiven Seiten des Älterwerdens ein, angeregt von Wilhelm Schmids Gedanken zur „Gelassenheit", einer erlernbaren Lebenskunst. Mit den „10 lebenspraktischen Tipps" von Wilhelm Schmid beendeten wir den ersten Tag und genossen das obligatorische gemeinsame Abendessen.

Am zweiten Tag webten wir unter Leitung von Anke Hahn unseren individuellen „Lebensteppich" - ein Tool, das in sehr schöner Weise den aktuellen Standpunkt im Leben klärt. Wir schauten würdigend auf das Vergangene und blickten positiv, mit gestalterischer Lust auf das Kommende. Uns wurde dankbar bewusst, wieviel wertvolle Lebenszeit noch vor uns liegt. Das klingt banal, kann doch jeder so ungefähr sein realistisches Lebensalter berechnen, sofern nichts dazwischen kommt. Dennoch: Die verbleibende Lebenszeit auf dem Lebensteppich zu sehen, zu befüllen und zu bemalen, war eine wundervolle Übung. Ein intensiver Dialog zu zweit rundete diese schöne Erfahrung ab, Anke erstellte uns dazu eine eigene Reflexionsübung.

Nach zwei Beratungssessions in Kleingruppen berichtete uns Thorsten von Neuigkeiten im isb-Kosmos. Die unverzichtbare Spiegelungsübung rundete unsere Mastertage wunderbar ab.

Wir waren uns am Ende alle schnell einig, als Teil der großen Mastergruppe diese Treffen fortzuführen. Mit einem guten, vorbereiteten Rahmenprogramm, einer klaren thematischen Ausrichtung und nicht zuletzt der kompetenten Moderation von Thorsten waren die vergangenen beiden Tage für alle Teilnehmer ein großer Gewinn. – Vielen Dank auch an dieser Stelle an Amadeus Pachmann, der uns, zusammen mit Jasmin Grumbach, klasse unterstützt hat.

Wo war's?

Anders als die letzten Male in Wiesloch trafen wir uns dieses Mal im AKASA in Neustadt. Was Andreas Kannicht  und Heike Wiggers dort mittlerweile als Begegnungsort und Tagungsstätte geschaffen haben, ist wunderschön und trägt deutlich die isb-Gene in sich! Einige von uns erklärten verwundert, den Gruppenraum erheblich größer in Erinnerung gehabt zu haben?! Über die tiefere Bedeutung dieser verschobenen Wahrnehmung kann man sicherlich viel spekulieren ;-)

Auf jeden Fall ist das AKASA ein würdiger und passender Rahmen für unsere Veranstaltung gewesen – wir freuen uns auf das nächste Jahr!

Und noch ein Zitat zum Schluss:

„Alles, was lebendig ist, wird älter!"