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Symposium der Systemischen Peergroup München: Systemisch ins Jahr starten –13. Januar 2018

22. Januar 2018 – von Amadeus Pachmann

Systemische Vorträge, Workshops, fachlicher Austausch & Networking
Persönlicher Rückblick von Amadeus Pachmann

Fast 150 Menschen in einem kleinen Theaterbau in München. Es ist voll, gleichzeitig angenehm lockere Stimmung. Namensschilder liegen aus, Blöcke und Programme auf den Stühlen.
Einstieg durch Kristin und Markus Schwemmle. Man merkt, bei systemworx ist Familie auf der Bühne. Das verleiht den Hauch von Intimität, von Offenheit. Man ist gleich irgendwie mit verbunden. Sind hier alle eine Familie? Das wird aufgenommen mit einer kleinen Kennenlernübung: Wer bin ich, was haben wir gemein? Was ist eine Spezialität, die nur diese Person hat? Und was eine Gemeinsamkeit, die wir alle teilen? Schöner Impuls, Bezug zur Genogrammarbeit und erste Gespräche: Mit dieser Energie wird weiter gearbeitet. Ab in die Workshops.

Drei Sessions mit jeweils vier Workshops parallel. Ich wähle den 'Bad is stronger than good' - St.Gallen trifft auf systemisches Arbeiten. Erstes Axiom: Negativ-Effekte sind im Betrag größer als Positiveffekte. Zweites Axiom: Die Problemfokussierung ist kulturelle Anforderung (Schweiz vs. USA). Dann folgt das „drei-Schritt Beratungskonzept". Acceptance, Lernchance/Informationsgehalt herausarbeiten, Reframe/Change. Vielleicht ist der Begriff von „bewusst-destruktiven Engagement" in einem grundlegend lösungsorientiertem Kontext schwierig zu verarbeiten. Vielleicht ist die Idee von Widerstand als bestmögliches Kooperationsangebot einfach verführerischer. Es geht weiter in Dreiergrüppchen mit kleinem Design. Es macht Spaß, die Methode auszuprobieren und gemeinsam zu arbeiten. Viel Futter für die Auswertungsrunde.

Erstes Fazit: Von und mit Menschen lernt es sich am besten.

Workshoprunde 2. Es geht um Stimme und Sprache! Statt Vortrag direkt in die Interaktion, es ist ein körperliches Erleben von Anfang an. Stimmbildung wie im Chor, als Gruppe aus inneren Bildern und in verschiedenen Körperhaltungen sprechen und die Wirkungsunterschiede erfahren. Etwas Neues gibt es: Spiegelung zum Stimmcharakter. Abschließend eine Live-Beratung mit Embodiment in die Stimme. Der Raum bebt vor Lachen. Und es wird metareflektiert, verankert. Genial!

Zweites Fazit: Haltung einnehmen und Wirksamkeit erleben.

Pause. Kaffee, Brötchen, Pinkeln. Beim Blick umher erkennt man einige Gesichter, einzelne Namen. Grüppchen bilden sich, Kaffee fließt, Brösel schneien auf Sakkos und Schuhe. Es gibt immer den Fokus alter Gemeinsamkeiten, des gemeinsamen Erlebens und Neugier auf die Zukunft. Privat- trifft Fachgespräch, Organisation trifft unbekannte Strömungen.

Die dritte Runde steht an. Internal Family System (IFS) & Coaching, vorgestellt durch zwei Referenten. Das Design ist spannend: ein kleiner Einstieg zu dritt, dann Metapher der Sigg Flasche, Einzelreflektion, Paararbeit, dann Knoblauchzwiebelmetapher. Mehr und mehr Fragen brechen hervor. Danach Literaturtipps und Austausch aus dem Publikum.

Drittes Fazit: Klarheit im Design erleichtert das Ankoppeln, und dann muss man manchmal mit dem Fluss gehen.

Der letzte Teil. Markus rahmt den Vortrag von Franz Inderst: Vorstand der Sparkassenakademie, Stiftungsrat der Schmid-Stiftung und heute Referent zum Thema Bildung und systemisches Arbeiten. In einem Teil des Vortrages geht er auf den systemischen Ansatz ein, wie er ihn von Bernd kennt. Es ist ein Ausschnitt der Rede zum 40. Berufsjubiläum von Bernd. Danach schwenkt sein Scheinwerfer auf die Vergangenheit und die Frage, wie man einem toten Stier Baden-Baden erklärt (nachzulesen hier). Wirklichkeitskonstruktion und Wirkung geballt. Gefolgt von einigen Thesen und Erkenntnissen, wie Bildung gestaltet werden muss. Man merkt, wie durchdacht die Ansätze sind und wie viel Erfahrung und Herzblut mit drinstecken. Auch das von Bernd. Ein gelungener Schlussakt.
Der Raum leert sich langsam. Viele gehen noch auf einen Happen ins Restaurant nebenan. Lächeln auf den Lippen und ein Stückchen enger verbunden...

 

Das nächste Symposium findet im Januar 2019 statt.
Wer Lust hat kann bis dahin zum: Pionierlabor am 26. - 27. Januar 2018 in Leimen und Isb Nord Symposium am 22.09. in Hamburg.