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Ein gutes und menschliches Maß ... Bildung heute und morgen.

Ist das, was wir da zu stemmen haben, noch zu leisten? Wer ist eigentlich noch in der Lage, ein menschliches oder machbares Maß zu halten? Und wie reagieren wir als Bildungs- und Beratungsexperten darauf?

Da ist die Company, ein wirklicher Global Player im Einzelhandel, der an gleich drei großen Changethemen parallel aus der zentralen Changeeinheit heraus arbeitet. International selbstverständlich und in der Matrix. Viel Anspruch an die Changeexpertise, wenig Macht und Durchsetzungskraft - die Länder und Einheiten setzen selbstverantwortlich um, oft nach eigenen Kriterien und verdeckten Interessen. Wir sollen Change-Know-how anbieten in Form von Qualifizierung. Können wir, machen wir. Im Gespräch werden die dicken Bretter und großen Räder deutlich, an welchen gebohrt und gedreht wird. Der Reflex geht in Richtung Tools. Das hilft sicher. Okay. Ist eine Annahme. Ich spreche von Regiekompetenz. Ja, das wäre sicher auch hilfreich. Aber mehr als drei Tage könne man auf keinen Fall investieren, das lässt der Alltag nicht zu. Ich halte etwas ratlos inne. Biete ich dieser Company nun diese drei Tage Workshop an? Besser als nichts, könnte man denken. Für sie und für uns. Wird es nützen? Wozu? Zweifel! Wo bleibt hier das gute Maß, die Einschätzung des Machbaren? Kann ich es ihnen aufzeigen? Mir wird klar: die Steuerungslogik ist eine andere. Und mir stellt sich die Frage der Reifegrade. Wie reif (im Sinne von „ready for it") müssen unsere potentiellen Kunden sein, um unsere Dienstleistung, beispielsweise in Qualifizierung bestimmter Akteure, einschätzen zu können. Und was, wenn dies (noch) nicht der Fall ist? Wie weit kommen wir dann zusammen? Was wäre dann mein Angebot? Ich sage die Anfrage ab. Es passt nicht. Ganz nach der Devise: „Schau Dir an, wie etwas startet und Du siehst, wie es endet." Schade eigentlich.

Da ist die obere Führungskraft in einem internationalen Branchenriesen. Kommt aus der Wissenschaft und hat Karriere gemacht, hat sich reingearbeitet in die Hierarchie, hörbar stolz. Nun hat er neben seinem Fulltime-Job noch eine neue, feine Rolle bekommen. Change Agent. Zwei Einheiten mit jeweils 3000 Mitarbeitern werden gemergt. Er ist dafür der Prozessgestalter und spürbar unsicher, was er hier zu bewältigen hat. Wie soll er den ersten Workshop gestalten und moderieren? Wozu das Ganze eigentlich? Es wird Gewinner und Verlierer geben, soviel ist auch ihm bereits klar. Und nun? Er fragt mich, ob ich ein paar schnelle Empfehlungen habe, wie er diesen Event angehen könne?

Was ich jetzt machen würde, fragt er mich. Für Qualifizierung hat er erstmal keine Zeit, die zusätzliche Rolle würde ja neben seinem normalen Alltag laufen müssen. Riesen Schuhe und keine rechte Zeit, hineinzuwachsen. Ist das das Signal der Zeit? Dann spreche ich durch Zufall mit einer erfahrenen Lehrtrainerin über zukünftige Lern- und Bildungskonzepte und dazu passende Formate. Vielleicht alles kürzer, kompakter, mehr How-to-Formen? Ist das der Weg, unser Weg? Ich zögere innerlich. Auch die universitäre Ausbildung geht diesen Weg. Wir gerade nicht. Es war schon immer unser Vorteil gegenüber der akademischen Welt, personenbezogener und organisationsbezogener, sprich passungsorientierter zu lernen. Ich komme wieder zu den Reifegraden zurück und zum Bild des Reifungsprozesses. Kann man alles beschleunigen? Ich glaube nicht. Das ist eine Bildungsdebatte, die uns bevorsteht, schwant mir...

Aber, eines ist mir dabei klar: die Arbeits- und Lernthemen und die Arbeits- und Lernformen müssen unmittelbar zusammenhängen. Ich würde dem Kollegen also gerne just-in-time etwas anbieten. Auf das nächste Curriculum kann ich ihn nicht vertrösten. Er muss früher liefern. Das könnte also ein neues Produkt sein. Gute Idee! Ein Toolset, themenorientiert, und beides: ein persönliches und virtuelles Lernprogramm, mit persönlichem Lernsparring, auf Wunsch und auf Abo. Zwei, drei Pakete zur Wahl, je nach Reifegrad. Warum nicht?

Und dann fällt mir das Bild mit den sägenden Waldarbeitern wieder ein ... keine Zeit, die Säge zu schärfen, sie müssen ja schließlich sägen. Mal sehen, wie es weitergeht...

Kommentare

Von: Florian Hempler

Lieber Thorsten,

das ist tatsächlich eine Diskrepanz unserer Zeit. Keine Zeit zum nachdenken,
wachsen, entwickeln - sondern schnellstens liefern, am besten gestern. Das
ist die eine Seite der Medaille.

Die andere Seite wäre, der alten Weisheit "Wenn du es eilig hast, gehe
langsam" zu folgen und sich bewusst die notwendige Luft zum atmen zu nehmen.
Impulse sind hier ein wirksames Format und genau dahingehend sind wir am isb
doch stark.

Toolboxen, etc. - schön und gut. Eher geht es für doch darum, eine neue,
individuelle und kontinuierliche Form des Lernens zu entwickeln. Das ist
u.a. auch eine Frage der persönlichen Haltung.

So gesehen ist Dein Beitrag für mich eine spannende "Werkstattidee" zum
weiterdenken...

Herzlich,
Florian

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