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Alle Themenkörbe

Inspirationsquellen des isb

Bernd Schmid erzählt in seinem Leseband „Psychotherapieschulen und ihre Schlüsselideen" von den „Denkern und ihren Ideen, die mir von der psychologischen Seite her Orientierung gegeben haben" und was ihm „für das Verständnis von Menschen und Organisationen, von Entwicklung und deren Gesetzmäßigkeiten wichtig geblieben" ist.

Entlang dieses Buchs haben wir Euch hier einen Themenkorb zusammengestellt mit vielen Einblicken, Auszügen und „Probierhäppchen" zahlreicher Inspirationsquellen, aus denen das isb seit jetzt schon mehr als 30 Jahren seine Arbeitsweisen, Haltungen und nicht zuletzt seine Lern- und Lehr-Kultur speist und weiterentwickelt.

In Auszügen stellen wir Euch hier diese Schulen und Schlüssel-Ideen vor (den Auszügen und Zitaten aus diesem Buch haben wir jeweils die entsprechenden Seitenzahlen zugeordnet. Zitate aus anderen Quellen haben wir mit Angabe des jeweiligen Namens kenntlich gemacht).

Bernd Schmids Lesebuch „ist also ein sehr persönliches Dokument. Wem meine Art, Ideen zu verarbeiten und zu erzählen liegt, der kann auf kraftsparende und vielleicht auch unterhaltsame Weise seinen Horizont erweitern und erhält einige 'Zusatzschlüssel´, mit denen sich manches erschließen lässt, was sich sonst dem Verstehen entziehen könnte."
Falls Ihr das Buch in Gänze lesen wollt, erhältlich ist das Buch direkt bei uns oder online bei buch7.

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Signatur: 2015SB0274D
B. Schmid

Psychotherapieschulen und ihre Schlüssel-Ideen

Buch, 2016, 137 Seiten

Professionelle in Psychotherapie, Beratung, Coaching und Organisationsentwicklung müssen heute unterschiedlichsten Anforderungen genügen und mit ...

Soziometrie, Soziodrama und Psychodrama – Jacob Moreno


„Jacob Moreno steht bei mir für Soziometrie, für Soziodrama und für Psychodrama. Moreno selbst war einerseits Komödiant, der alle Arten von szenischen Darstellungen liebte. Andererseits war er Soziologe, der sich für Strukturen und Dynamiken in Gruppen interessierte. Die von ihm mitentwickelte Soziometrie versuchte beides wissenschaftlich und gleichzeitig praxisnah zu erfassen." (S. 11)

 

Jacob Moreno Psychodrama Video

Aufgenommen in Paris 1964 während des First International Congress of Psychodrama. J.L. Moreno führt Psychodrama vor:

„Beim Psychodrama geht es darum, psychische Konflikte im Leben eines Menschen mit Hilfe anderer Mitspieler darstellerisch in Szene zu setzen." (S. 13)

https://www.youtube.com/watch?v=zvgnOVfLn4k

Gruppendynamik


Gruppendynamik wurde immer kritisch diskutiert. (Vgl. Schmid „Von der Gruppendynamik zur Team-Kultur" 2015). Wesentliche Fragen der Gruppendynamik bleiben bis hin zur heutigen Team-Kultur-Entwicklung wichtig.
„Zum Beispiel eine eher entwicklungspsychologisch psychoanalytische Version der Gruppendynamik mit den sogenannten Bion'schen Prozessen. Hier wurde eine Persönlichkeitsentwicklungs-Theorie mit einer Gruppenentwicklungs-Theorie kombiniert. Man sagte: Kinder entwickeln sich in bestimmten Dimensionen und diese tauchen auch in Gruppen auf, wenn man abgesehen von der Inhaltsebene die Dynamik der Gruppe beobachtet. Es werden unterschieden: Die Beziehung zu Autorität und Ordnung einerseits und die Beziehung zu Nähe andererseits." (S. 15)

Signatur: 2016SV0148D
B. Schmid

Von der Gruppendynamik zur Teamkultur - Dimensionen im Wandel.

Buchveröffentlichung, 2016, 12 Seiten

Persönliche Retrospektive Bernd Schmids auf die Entwicklung der Weiterbildung in den letzten 40 Jahren.

Gestalttherapie – Fritz Perls


„Die Gestalt-Therapie, begründet von Fritz Perls, beschäftigte sich mit einem phänomenologischen Zugang zur Wirklichkeit (im Unterschied zu einem analytisch-schlussfolgernden) und dem Kontinuum Awareness. Nicht die Gewohnheitsbilder, die wir uns von den Dingen machen, sind wichtig, sondern die unmittelbare Wahrnehmung dessen, was ist, sei es in der Außen- oder Innenwelt. Wir sollten im „Hier und Jetzt" das neu in uns und außerhalb von uns Auftauchende zur Kenntnis nehmen und uns darauf beziehen." (S. 21)

1965 demonstriert Fritz Perls mit seiner der Patientin Gloria (wirklich einer echten Patientin, keiner Schauspielerin) die von ihm entwickelte Gestalttherapie. Am selben Tag finden noch zwei weitere Sitzungen mit zwei anderen Therapeuten statt: Carl Rogers und Albert Ellis.

Fritz Perls in: „Three Approaches to Psychotherapy":

https://www.youtube.com/watch?v=8y5tuJ3Sojc

Klient-zentrierte Psychotherapie und Pädagogik – Carl Rogers


Carl Rogers gilt als einer der Begründer der humanistischen Psychologie. „Aus der Klienten-zentrierten Gesprächspsychotherapie, wie sie in der BRD wissenschaftlich hieß, ist mir als Grundidee geblieben, dass der Mensch dazu neigt, sich in voller Schönheit selbst zu aktualisieren, wenn er nicht gehemmt wird. Das heißt, in mir meldet sich eigentlich immer wieder alles zu Wort, was für mich wichtig ist zu erleben und in mir zu integrieren, wenn ich nur darauf höre. Deswegen brauche ich jemanden mir gegenüber, der meinen Selbstausdruck sprachlich wiedergibt. Er hilft mir so beim Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte.
Empathie als die Fähigkeit sich einzufühlen und die Situation des anderen zu verstehen und Verbalisierung als die Fähigkeit, sprachlich widerzuspiegeln, was im Anderen zum Ausdruck kommt, waren wichtige Skalen im Gesprächspsychotherapie-Training." (S. 25 ff.)

Carl Rogers über Empathie

„I realized how powerful it was to listen to a person [...], and I took a fresh look at the power of listening, at the power of an empathic way of being." (Carl Rogers)

https://www.youtube.com/watch?v=iMi7uY83z-U

Transaktionsanalyse – Eric Berne


Unter dem Begriff Transaktionsanalyse (TA) versteht man ein Repertoire an psychologischen Erklärungskonzepten für menschliches Erleben und Verhalten in Kommunikationssituationen, in der Gestaltung von Beziehungen und des Lebensweges. Die Transaktionsanalyse ist eine der grundlegenden und wichtigsten Inspirationsquellen Bernd Schmids und so der Entwicklungen am isb: „Ich habe die Transaktionsanalyse im Rahmen einer Gestalt-Weiterbildung 1976 in Kalifornien kennengelernt. Faszinierend war für mich daran die Mischung aus humanistischen Methoden und einem Konzeptrepertoire, das gewisse analytische Qualitäten mit hohem Pragmatismus verbunden hat." (S. 28)

1964 veröffentlichte Eric Berne die Grundlagen der Transaktionsanalyse in seinem Buch „Games People Play" („Die Spiele der Erwachsenen"). In diesem Video spricht Eric Berne über diese Konzepte:

Dr. Eric Berne – Games People Play

„In some ways we consider interaction to be some kind of a cowardly word because you don´t commit yourself to anything by saying "people are interacting". It´s just a kind of description. Transaction means that each person is getting something out of it, which goes back to the fundamental question of all social psychology, which is: why do people talk to each other?" (Eric Berne)

https://www.youtube.com/watch?v=NBO38HqQTgI

Im Vorwort zu Bernd Schmids 1994 erschienenen Buch „Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? Professionalität & Transaktionsanalyse aus systemischer Sicht" würdigt Hans Jellouschek Bernd Schmids eigenständige Weiterentwicklung der Transaktionsanalyse: „Dass die Transaktionsanalyse (TA) zu einer eigenen – zunächst therapeutischen − Schulrichtung wurde, ist wohl hauptsächlich dem Umstand zu verdanken, dass die kalifornischen Psychoanalytiker Eric Berne, diesen eigenständigen und originellen Kopf, seinerzeit nicht in ihre Vereinigung aufnehmen mochten [...]. Bernd Schmid knüpft bei einem Anliegen Bernes an, der seinen Ansatz "sozialpsychiatrisch" nannte und damit sein besonderes Interesse an dem akzentuierte, was sich "zwischen" Menschen und was sich im Hier und Jetzt ereignet. Die Begegnung mit der Familientherapie war für Schmid ein wesentlicher Anstoß, in diese von Berne nur angedeutete Richtung entschieden weiterzugehen und aus systemischer Sicht und mit systemischen Denkmodellen wesentliche Teile der Transaktionsanalyse neu zu bedenken und weiterzuentwickeln. Schmids Konzeptentwicklungen bleiben dabei nicht auf den Therapiebereich beschränkt. Die Tatsache, dass er sich in den letzten Jahren verstärkt der Beratung von Menschen in Organisationen gewidmet hat, schlägt sich in seinen Überlegungen immer wieder nieder. So entsteht in Grundzügen etwas ganz Neues, nämlich eine durch und durch originelle und eigenständige Theorie der Beratungsprofession überhaupt." (Schmid 1994 S. 9). (Anm. d. Red: Mehrfach wurde Bernd wurde für seine (Lebens-) Leistung in der Erforschung, Entwicklung und Lehre der Transaktionsanalyse geehrt, u.a. 2017 mit dem Life Achievement Award der DGTA.

Signatur: 2008SG0321D
B. Schmid / B. Hohenester

Sich selbst auf der Spur bleiben

Galerietext, 2008, 3 Seiten

Professionelle Identität in pädagogischen Handlungsfeldern: Skizzen aus der systemischen Beratung.

Signatur: 1991SI0202D
B. Schmid

Kritische Gedanken zu Eric Bernes Aufsätzen über Intuition, klinische Diagnosen, Ich-Zustände und Transaktionen

Institutsschrift, 1991, 14 Seiten

Wie beschreibt Berne Intuition und lässt sich für ihn Unsagbares kommunizieren? Welche Konsequenzen ergeben sich für ihn für den ...

Signatur: 2004SB0255DnL [Leseprobe]
B. Schmid / C. Gérard

Intuition und Professionalität. Systemische Transaktionsanalyse in Beratung und Therapie.

Buch, 2008, 8 Seiten

Die Transaktionsanalyse ist für Kommunikation und Persönlichkeit genauso wertvoll wie das Diagnosesystem eines modernen Bordcomputers: Man kann ...

Signatur: 2009VW1275D
B. Schmid

Systemische Transaktionsanalyse: Beziehungen I

Workshop, Bad Homburg, 2009, 01:32:21

Bernd Schmid stellt in seinem Seminar Systemische Transaktionsanalyse Konzepte rund um Beziehung, Begegnung und Transaktion vor.

Signatur: 2009VW1278D
B. Schmid

Systemische Transaktionsanalyse: Einführung

Workshop, Bad Homburg, 2009, 01:29:40

Bernd Schmid führt ins Seminar Systemische Transaktionsanlyse ein.

Signatur: 2009VW1281D
B. Schmid

Systemische Transaktionsanalyse: Komplexität und Intuition

Workshop, Bad Homburg, 2009, 02:14:34

Bernd Schmid spricht bei seinem Seminar Systemische Transaktionsanalyse über Umgang mit Komplexität und über Intuition. Er führt aus, wie Eric ...

Signatur: 2004AL2624D
B. Schmid

Intuitionskonzepte nach Berne

Lehrinhalte/Methodendemonstration, 2004, 01:08:06

Bernd Schmid gibt einen Überblick über die Entwicklung des Intuitionsbegriffs und seiner Bedeutungen bei Eric Berne. Dabei zeigt er, dass diese ...

Signatur: 2004AL2623D
B. Schmid

Intuition - ein Zukunftskonzept

Lehrinhalte/Methodendemonstration, 2004, 01:00:01

Eine Gesamtsicht auf intuitives Handeln, bei der die Typenlehre von C.G. Jung, Transaktionsanalytische (TA) Konzepte von Eric Berne und Systemische ...

Signatur: 1995AV2448D
B. Schmid

Über Eric Berne

Vortrag, 1995, 00:15:06

Bernd Schmid über Eric Berne.

Systemische Transaktionsanalyse: der andere TA 202

Workshop gehalten von Bernd Schmid am Eric Berne Institut Zürich, 23.-24.6.2017.

Hypnotherapie – Milton H. Erickson

Milton Erickson wurde als Hypnotherapeut legendär, „unter anderem durch spektakuläre Geschichten und Stories. Mich beeindruckt an ihm insbesondere, wie er mit den unverwechselbaren Eigenarten des Gegenübers und mit Kulturwissen kreativ arbeitete. [...] Da sonst oft das Technische seines Könnens im Vordergrund steht, möchte ich mein Berührtsein durch seine schlichte und liebevolle Ausstrahlung hervorheben.
Erickson hat seine Ideen gelebt und genial demonstriert. Psychotherapie war für ihn keine Sache allein der Psychotherapeuten-Stube. Er betrieb Psychotherapie wo immer es ihm sinnvoll erschien und ging z.B. damals schon mit Angst-Patienten in Fahrstühle, Kneipen und Ähnliches. [...]
Milton Erickson lehrte, als ich ihn kennenlernte, so, dass eine kleine Gruppe mit ihm in einem Kreis saß. Er wurde im Rollstuhl hereingefahren und bekam viele Clip-Mikrofone umgehängt. Seine Stimme hatte, was die Aufforderung in Trance zu gehen betrifft, geradezu magische Qualitäten. Er lehrte keine Konzepte, sondern erzählte ausschließlich Stories, Beispiele oder arbeitete mit Demonstrationen. Wenn man analytisch-klärend nachfragte, so sagte er: „Oh, this leads me to another story!" Dann erzählte er die nächste Story und man kratzte sich innerlich am Kopf und fragte sich: Was hat das mit meiner Frage zu tun?" (S. 34f.)

„Ich habe von Erickson gelernt, Hypnose als eine Sonderform der kommunikativen Beeinflussung, des Gestaltens von Wirklichkeit durch Kommunikation zu betrachten. Hypnose meint letztlich Fokussierung der Aufmerksamkeit. Für alle Kommunikationsberufe ist daher interessant, was man aus der Hypnose über Kommunikationsfertigkeiten lernen kann. Die Phänomene, die dabei wichtig sind, sind überall relevant. Kreative Kommunikation gestaltet kreative Wirklichkeit. Dem Erickson'schen Konzept folgend, sind die Kommunikationsfertigkeiten, die durch Beschäftigung mit Hypnotherapie entwickelt werden, das Wesentliche." (S. 39)

„In the room with Milton Erickson" - Hier ein Videoausschitt aus einer der legendären Sitzungen mit Milton Erickson:

https://www.youtube.com/watch?v=BTPqOOPb39s

Signatur: 1995AV2449D
B. Schmid

Über Milton Erickson

Vortrag, 1995, 00:25:26

Bernd Schmid über Milton Erickson.

Signatur: 2013VD1262D
B. Schmid

Geleitetete Phantasie (Bsp.)

Live-Demonstration, Allmannshofen, Kloster Holzen, 2013, 00:31:58

Bernd Schmid erzählt von seiner Lernzeit bei Milton Erickson und macht mit den Teilnehmern eine geleitete Phantasie.

Signatur: 0000AL2426D
B. Schmid

Schlüsselideen psychotherapeutischer Schulen

Lehrinhalte/Methodendemonstration, 02:00:04

Seminarreferat von Bernd Schmid.

NLP – Bandler und Grinder


Das Neuro-Linguistische Programmieren wurde von dem damaligen Mathematikstudenten und späteren Psychologen Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder Anfang der 1970er Jahre an der University of California in Santa Cruz entwickelt. NLP ist eine Sammlung von Kommunikationstechniken und Methoden zur Veränderung psychischer Abläufe im Menschen, die unter anderem Konzepte aus der Klientenzentrierten Therapie, der Gestalttherapie, der Hypnotherapie und den Kognitionswissenschaften sowie des Konstruktivismus aufgreift.

„NLP-Beobachtungen können hilfreich sein, Wirklichkeitserzeugung zu studieren, dabei unbewusste Komponenten und Vermischungen zu identifizieren und mit Alternativen zu experimentieren. [...] Kompetenzerwerb aus NLP-Perspektiven kann sehr hilfreich sein, z.B. um einen bewussten Umgang mit Sprache zu entwickeln. [...] Dennoch bleibt fraglich, in welchem Maße es bei begrenzten Ressourcen sinnvoll ist, Kommunikationstechnik zu trainieren. Ist ein Berater in seiner Kommunikation nicht zu unbeholfen, sensibel genug und versteht es, eine sinnvolle Wirklichkeit zu vertreten, dann funktionieren kommunikative Übersetzungsprozesse auch dann, wenn sie technisch unvollkommen bleiben. Deswegen würde ich Menschen eher dabei helfen, in verschiedener Weise Sinn zu stiften und Wirklichkeiten anzuregen als zu viel in Technik zu investieren. Entsteht neuer Sinn, richtet sich in den meisten Fällen alles andere neu aus. (S. 46 ff.)

 

John Grinder: „What is NLP":

https://www.youtube.com/watch?v=hJzO5x6ko6w

Psychoanalyse und Sigmund Freud

Bernd Schmid schreibt, die Psychoanalyse „prägt Persönlichkeits- Entwicklungs- und Beziehungsdenken in vielen „Beziehungsberufen", ob sie dort hinpassen oder nicht." (S.55). In knapper Form erläutert er in seinem Buch einige „Grundideen", damit „sie wiedererkannt werden und bewusst genutzt werden können" (ebd.). So zum Beispiel:

- Das Entwicklungsmodell: „Kultur entsteht durch Sublimierung, also dadurch, dass die Rohformen der Strebungen in der Welt auf andere Objekte bzw. auf andere Befriedigungsformen umgelenkt und ausdifferenziert werden. So entstehen gesellschaftliche und persönliche Interessen, Tugenden, Neigungen und Umgangsformen. Der Mensch findet dabei, wenn es gelingt, immer wieder neue Gleichgewichte, mittels derer er an Kultur teilnehmen sowie mit der Gesellschaft umgehen kann und erfährt dabei Befriedigung. So könnte man das Grundspannungsfeld, in dem sich persönliche Entwicklung in der Gesellschaft darstellt, aus psychoanalytischer Sicht beschreiben." (S. 55 f.)

- Das Persönlichkeitsmodell: „Da ist auf der einen Seite das ES, also der Bereich des Ungeformten, Triebhaften, Archaischen, aus dem auch die Vitalität kommt. Auf der anderen Seite befindet sich als Gegenkraft das Über-ICH, die Repräsentanz der gesellschaftlichen Ansprüche und Wertvorstellungen, die auch Einbettung in Gesellschaft und Orientierung bietet. Und dann haben wir das ICH, also jene Instanz, die als Mittler versucht, einen sinnvollen Weg zwischen diesen beiden Kräften zu finden und sich zu einem erwachsenen Menschen zu entwickeln. Das heißt, wenn die unmittelbare Triebbefriedigung in ihrer Urform nicht möglich ist, entsteht Kulturentwicklung oder Neurose." (S. 56)

- Abwehrmechanismen und Neurosen: Abwehrmechanismen „bewirken eine unbewusste Abwehr von Realität. [...]Den Begriff Neurose verwendet man, wenn Menschen in ihren Konflikten mit verdrängten Strebungen keine kulturfähige Form gefunden haben und sie dadurch „krankhaft" beeinträchtigt werden. Neurose ist auch ein Lösungsversuch, eine Form der Selbststeuerung. Durch die Neurose versucht das Individuum mit den eigenen Trieben so umzugehen, dass ein Ausgleich zwischen den gesellschaftlichen Erfordernissen und seinen ursprünglichen Bedürfnissen gelingt." (S. 56 f.)

- Komplexe: „Um etwas über diese unbewussten Konstellationen der Persönlichkeit zu erfahren, hat Freud auf die Methode der freien Assoziation gesetzt. Er ging davon aus, dass Komplexe mit Energie beladen sind und sich in vielfältiger Form verraten, wenn man einen Raum schafft, in dem sie unkontrolliert zum Ausdruck kommen dürfen." (S. 57)

- Projektion und Introjektion: „Bei der Projektion werden eigene Strebungen und Erlebnisse nicht als eigen erkannt, sondern nach draußen projiziert. Andere werden verantwortlich gemacht.[...] Bei Introjektion werden Erlebnisse oder Strebungen anderer unreflektiert ins Innere übernommen und als eigen betrachtet. [...] Zur Lösung der Konflikte ist eine stimmige Zuordnung zu Menschen und biographischen Ereignissen entscheidend notwendig." (S.58)

- Übertragung und Wiederholungszwang: „Das innere System der Steuerung hat etwas mit den inneren Repräsentanten früher Beziehungserfahrungen zu tun. Und wann immer die ursprünglichen Bedürfnisse wieder wach werden oder äußere Ähnlichkeiten an damalige Szenerien erinnern, kommt es zu Übertragungen. [...] Solange sich der im Hintergrund wirkende Konflikt nicht auf eine konstruktive Weise löst, wird er durch die Übertragung immer wieder in neuen Beziehungen wiederholt. Das nennt man Wiederholungszwang." (S. 59)

„Das beste Gegenmittel, um Übertragung vorzubeugen, ist deutliche Realität. Das heißt, Beziehung aktiv und deutlich zu gestalten und damit kraftvoll eine Gegenwart zu inszenieren, in der nicht viel Platz für problematische Phantasien und Beziehungsmuster aus anderen Sphären ist." (S. 61)

https://www.youtube.com/watch?v=Q6fsbGKhS-k

Die Individualpsychologie – Alfred Adler

Minderwertigkeitskomplex und Rückzugstrategie
„Adler ging davon aus, dass Menschen körperliche „Mängel", z. B. im Bereich Körpergröße oder Geschlechtsmerkmale aufgrund von Phantasien oder Wahrnehmungen zum Anlass nehmen, sich minderwertig zu fühlen. Anstatt dieses Empfinden wahrzunehmen und einen konstruktiven Weg zu finden, entwickeln sie eine Persönlichkeit und einen Lebensstil, die auch dazu dienen müssen, mit dieser empfundenen Minderwertigkeit umzugehen. [...]. Häufig wäre mit der ursprünglichen Herausforderung umzugehen viel einfacher, als mit dem ganzen Durcheinander, das durch die Vermeidung dieser Anforderung entstanden ist. Der Lebensstil ist geprägt von Ersatzproblemen und der Mensch ist mit Ersatzentwicklungen beschäftigt. [...] Also: „Was könnte
die Herausforderung sein, die für diesen Menschen eine befriedigende Weiterentwicklung seiner selbst gewesen wäre, der er aus irgendwelchen Gründen nicht begegnen konnte?" Wenn es gelingt zu helfen, diese Herausforderung heute in irgendeiner Form anzunehmen, überformt dies oft Rückzugsprogramme mit ihren Folgeproblemen ganz von selbst." (S. 64 ff.)

Alfred Adler spricht über Individualpsychologie (1929)

https://www.youtube.com/watch?v=PUnSXbb5eQ8

Und hier eine kleine Doku über Alfred Adler und die Individualpsychologie

„An individual is a unity from beginning of life and his style of life cannot be changed without understanding the mistakes made in the roots. And these roots are lying in the family life in which each individual is formed and molded." (Alfred Adler)

 

https://www.youtube.com/watch?v=xczVfSurtrc

Analytische Psychologie – C. G. Jung

C. G. Jungs Psychologie ist eine der wichtigsten Inspirationsquellen für die Entwicklungen Bernd Schmids und damit der Lehre und Kultur des isb. Wir geben hier eine kleine Auswahl zentraler „Stichworte", lassen jedoch viel mehr sowohl C. G. Jung als auch Bernd Schmid für sich selbst sprechen:

C. G. Jungs „Blick wendet sich eher weg von 'Wie werden wir frei von Neurosen und realitätstüchtig?' zu ´Wie können wir werden, was wir werden sollen, und wie ist die heutige Einschränkung eben auch ein Vorläufer einer sinnvollen Entwicklung für uns?'" (S. 68)

„In early childhood, a character is already there, the child is not born 'tabula rasa', as one assumes. A child is born as a high complexity with existing determinance that gives the child its character. [...] A mother recognizes the individuality of her child."


"We are born into a pattern. We are a pattern." (C. G. Jung 1957)

Individuation
"Ein Kernbegriff in der Jung'schen Psychologie ist Individuation, also der Weg des Menschen, das Individuum (der bzw. die unverwechselbar Einzigartige) zu werden, die sie oder er werden kann. [...] Sowohl im Bewusstsein wie im Unbewussten werden individuelle und kollektive Anteile identifiziert. Jung betrachtet, welche Wirklichkeitsbezüge eines Menschen mehr zu seinen ganz individuellen zu zählen haben und welche mehr in kollektives Kulturgut einzubetten sind. Von daher wird der Gesellschafts- und Kulturbezug schon in der Konzeption von Persönlichkeit mitberücksichtigt." (S. 68)

Individuell und kollektiv Unbewusstes
„Die Konzeption des Unbewussten bei Jung halte ich für besonders anschlussfähig an moderne Kommunikationskonzepte. [...]Da gibt es das individuelle Unbewusste, welches aus der individuellen Biographie stammt und das kollektive Unbewusste, welches Entwicklungen der Kultur bzw. der Evolution repräsentiert. Jung hat eine fast systemische Idee eines gemeinsamen seelischen Urgrunds, an den wir angeschlossen sind, und dessen Ausdrucksweisen jeder kollektiv lebt und in sich beherbergt." (S. 69)

„Die Jung´sche Psychologie und systemische Ansätze sind für mich persönlich sehr komplementär, und die lassen sich in eine gelebte Gesamtschau für mich ganz gut integrieren. [...] Integrieren lassen sich diese beiden Perspektiven-Bündel dann, wenn man keine dogmatischen Varianten vom einen oder vom anderen wählt. [...] Aber für Dogmatismus bin ich eh nicht bekannt." (Bernd Schmid)

Archetypen
„Die Topographie der Jung'schen Seele lässt sich als eine Konstellation von archetypischen Figuren betrachten.[...] Zwei archetypische universelle Figuren der Seele sind
der Animus und die Anima, also die männliche und die weibliche Seelenperspektive, wie ich das übersetze. Diese Topographie der Seele bringt eine ganze Reihe von Fragen mit sich, die sich in der Beratung durchaus auch verwenden lassen. Man kann Situationen, Geschehnisse oder persönliche Eigenarten dahingehend befragen, inwiefern sich in ihnen etwas Universelles des Lebens konkret ausdrückt. Man schließt so das Individuelle an etwas Übergeordnetes an. [...] In der Jung'schen Typenlehre wird dargestellt, dass Menschen wirklich verschiedene Arten haben, Wirklichkeit zu erleben und sich in dieser zu orientieren." (S. 70f.)

 

The Story of Carl Gustav Jung - BBC Time Life Video (1972)[16mm]

https://www.youtube.com/watch?v=Vl7CXyIe7Jk

 

The World Within - C.G. Jung in His Own Words - Documentary - Psychology audiobooks

https://www.youtube.com/watch?v=HcWOUV77m24

Signatur: 2013VV1210D
B. Schmid

C.G. Jung und der systemische Ansatz

Vortrag, Heidelberg, Ringvorlesung der Uni Heidelberg, 2013, 01:34:05

In diesem Vortrag erläutert Bernd Schmid seine Sicht auf systemisches Coaching und die Transaktionsanalyse (TA) in Verbindung mit den Jungschen ...

Signatur: 2013AV1210D
B. Schmid

C.G. Jung und der Systemische Ansatz

Vortrag, Heidelberg, Ringvorlesung Med.Psych., 2013, 01:33:45

In diesem Vortrag erläutert Bernd Schmid seine Sicht auf systemisches Coaching und die Transaktionsanalyse (TA) in Verbindung mit den Jungschen ...

Signatur: 2006AL2109D
C. von Velasco (geb. Knobling)

Lebensphasenmodell - C.G.Jung

Lehrinhalte/Methodendemonstration, Curriculum CO, 2006, 00:13:45

Cornelia von Velasco über das Lebensphasenmodell in Anlehnung an C.G. Jung.

Signatur: 1998SI0028D
B. Schmid / S. Caspari

Merkmale der Jung´schen Psychologie

Institutsschrift, 1998, 7 Seiten

In diesem Artikel werden stark verdichtet Grundbegriffe und Grundkonzepte der Jung´schen Psychologie wiedergegeben.  

Signatur: 2008SR0028D
W. Rindle

Rezension: Merkmale der Jung´schen Psychologie

Rezension, 2008, 2 Seiten

Traumdeutung

Hier am isb ist die „Arbeit" oder der „schöpferische Dialog" mit Träumen eine wichtige Methodik, die Bernd Schmid für das systemische Repertoire (weiter-)entwickelt hat.

„Aus der Psychoanalyse stammt die Aussage, dass der Traum den Königsweg zum Unbewussten darstellt. Gerade bei Junganhängern erlebe ich gelegentlich, dass über-mäßig mystifiziert wird, was nachts geträumt wird, so als wäre man nachts ein wertvollerer Mensch als tagsüber. Ich denke das ist eine Gefahr. Ich würde sagen, der Königsweg zur Selbstentfaltung, nicht zum Unbewussten, ist der kritische und schöpferische Dialog mit dem Traum. Der Dialog, die kritische Auseinandersetzung mit diesem Kunstwerk, das sich in uns entfaltet, bringt die Wandlung, nicht die Identifikation mit diesem. Manchmal kann man sich unbeschadet identifizieren mit dem Kunstwerk, aber unser inneres Theater produziert genauso Schwänke, Comics, Schrott und verfehlten Klamauk, wie wir das in unserem äußeren Theater auch manchmal tun und vorfinden, und es wäre falsch, dies einfach so unkritisch zu übernehmen. Folglich müssen wir zu Theaterkritikern und Sachverständigen unseres eigenen, inneren Traumtheaters werden, nicht die Verklärung von Träumen, sondern die kritische Auseinandersetzung mit ihnen fördern. Der Königsweg ist also der kritische und schöpferische Dialog mit dem Träumenden." (S. 76 f.)

Im Buch „Systemische Traumarbeit. Der schöpferische Dialog anhand von Träumen", das Bernd Schmid zusammen mit Andrea Günter 2012 veröffentlichte, schreiben die Autoren: „Es geht uns darum, die besondere Art und Weise des systemischen Arbeitens mit Träumen vorzustellen, eine lernende Konversation mit Träumern anlässlich von Träumen. Als freimütig zu verwendende Zutaten beziehen wir uns hierbei auch auf Erkenntnisse der Freud´schen, Adler´schen und Jung´schen Psychoanalyse und Traumtheorien, vor allem aber auf die Erfahrungen mit den methodischen Interventionsmöglichkeiten, wie sie die systemische Therapie und Beratung in den letzten Jahrzehnten herausgebildet hat. [...] Was man von einem Traum erfahren kann, hängt davon ab, was man in Träumen sucht, woraufhin man Träume befragt. Da Träume alle möglichen Momente – Erlebnisse, Eindrücke, Gefühlszustände, Konflikthaftes, Sprachliches – zu transportieren vermögen, können sie ein intuitives, »unbewusstes« Wissen über den Träumer, sein persönliches Umfeld, die Welt und seine Wirklichkeitsbezüge zum Ausdruck bringen." (Schmid/Günter 2012 S. 15ff.)

Signatur: 2010SB0258DnL [Leseprobe]
B. Schmid / A. Günter

Systemische Traumarbeit. Der schöpferische Dialog anhand von Träumen

Buch, 2012, 27 Seiten

Dieses systemische Traumbuch ermutigt Laien und Fachleute, mit Träumen in einen schöpferischen Dialog zu treten. In Träumen spiegeln sich ...

Signatur: 2012AV1143D
B. Schmid

Systemische Traumarbeit

Vortrag, Heidelberg, Tagung Die Kraft von Imaginationen und Visionen, 2012, 00:56:46

Vortrag und Workshop von Bernd Schmid auf der Tagung Die Kraft von Imaginationen und Visionen 2012 in Heidelberg.

Signatur: 2012VV1143D
B. Schmid

Systemische Traumarbeit

Vortrag, Heidelberg, Tagung Die Kraft von Imaginationen und Visionen, 2012, 2012, 00:56:46

Vortrag und Workshop von Bernd Schmid auf der Tagung Die Kraft von Imaginationen und Visionen 2012 in Heidelberg.

Signatur: 1987VW1145D
B. Schmid

Traumarbeit aus systemischer Perspektive

Workshop, 1987, 01:44:44

Kongressreferat Systemische Traumarbeit 1987.

das isb

isb- mehr als Weiterbildung

ProfessionalisierenVernetzenEntwickeln, das sind die drei Säulen der isb GmbH. Mit 30 Jahren Erfahrung bilden wir in systemischer Beratung, Organisationsentwicklung und Coaching aus. Mehr über uns, unser Angebot und warum wir viel mehr sind als Weiterbildung, erfahrt Ihr auf unseren Webseiten
www.isb-w.eu